Westdeutsches Prostatazentrum

8. Uro-onkologisches Update-Symposium: Gezielte Therapie für "Minikrebs"
Fokaltherapien sind zukunftsweisend für die Behandlung von Prostatakrebs

Köln (ots) - Minimale Nebenwirkungen bei optimalen Heilungsraten - dahin geht der Trend neuer Behandlungsverfahren bei Prostatakrebs, so der Tenor beim Uro-onkologischen Symposium in Köln. So genannte fokale Therapien behandeln nicht mehr die gesamte Prostata, sondern zerstören gezielt einzelne Tumorherde. Hierfür eignen sich vor allem moderne strahlentherapeutische Methoden, wie die Brachytherapie.

Jedes Jahr werden in Deutschland über 40 000 Männer mit der Diagnose Prosta-takrebs konfrontiert, 11.000 sterben an den Folgen der Erkrankung. "Dank verbesserter Früherkennungsmethoden werden bösartige Tumore in der Prostata zu ei-nem immer früheren Zeitpunkt erkannt", erklärte Dr. Pedram Derakhshani, Urologe am Westdeutschen Prostatazentrum. Ist der Tumor auf die Prostata begrenzt, stehen dem Patienten mit Operation, Brachytherapie (innere Bestrahlung) und äußerer Bestrahlung mehrere Behandlungsmöglichkeiten mit gleichen Heilungsraten zur Verfügung. "Der Trend in der Therapie des Prostatakarzinoms geht aufgrund der identischen Heilungschancen immer mehr dahin, Nebenwirkungen wie Inkontinenz und Impotenz möglichst gering zu halten und damit die Lebensqualität nicht zu beeinträchtigen", betonte der Kölner Urologe. Was heute bereits mit modernen Formen der Strahlentherapie weitestgehend möglich ist, soll künftig durch fokale Therapien noch effizienter erreicht werden.

Anders als bei herkömmlichen Methoden wird bei der Fokaltherapie nicht die gesamte Prostata behandelt, sondern nur die einzelnen Tumorherde gezielt zerstört. Der Vorteil: Patienten müssen deutlich geringere Nebenwirkungen für die Behandlung in Kauf nehmen ohne Einbussen in der Heilung zu befürchten. "Mit Hilfe spezieller Raster-Biopsien ist es zudem möglich einzelne Tumorherde in der Prostata genau zu lokalisieren", erläuterte Dr. Rick Popert, vom Guy's Hospital in London.

Für die Fokaltherapie eignet sich vor allem die Brachytherapie. Dabei werden unter ständiger Ultraschallkontrolle kleinste Strahlenquellen (Seeds) in die Prostata eingesetzt. "Das Tumorgewebe wird durch die hochdosierte Strahlung von innen zerstört", sagte Dr. Gregor Spira, Strahlentherapeut am Westdeutschen Prostatazentrum. Langzeituntersuchungen des renommierten New York Prostate Institutes an Prostatakrebs-Patienten zeigen, dass die Heilungsrate 12 Jahre nach Seed-Implantation bei 88 bis 91 Prozent liegt. Auch die Nebenwirkungen fallen deutlich geringer aus: Inkontinenz wird praktisch nicht, Impotenz mit 20-30 Prozent nach drei Jahren wesentlich seltener beobachtet als nach einer Operation.

Zur Behandlung von fortgeschrittenen Stadien oder aggressiven Tumoren ist die so genannte Afterloading-Therapie der Operation, äußerern Bestrahlung oder der alleinigen Seed-Implantation überlegen. Unter Ultraschallkontrolle werden bei der Afterloading-Therapie spezielle Hohlnadeln in die Prostata eingesetzt. Nach einer exakten, computergestützten Bestrahlungsplanung durch den Strahlentherapeuten fährt dann eine hochaktive Strahlenquelle in die implantierten Nadeln und bestrahlt den Tumor vor Ort.

Professor Luis Potters, Direktor des New York Prostate Institute, sieht in der fokalen Behandlung von Prostatakrebs mittels Brachytherapie die Zukunft für Patienten, deren Prostatakrebs in einem sehr frühen Stadium entdeckt wurde. "Es darf nicht sein, dass Männer mit einem kleinen, gut abgegrenzten Tumor durch die vollständige Entfernung der Prostata in ihrer Lebensqualität massiv eingeschränkt werden", betonte Potters. "Fokale strahlentherapeutische Methoden könnten daher künftig eine Lösung sein".

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