BGA Bundesverb. Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen e.V.

Groß- und Außenhandel: Konjunktur in Deutschland zweigeteilt

    Berlin (ots) - "Das Wachstum im Groß- und Außenhandel setzt sich
auch in diesem Jahr fort. Allerdings nimmt die Dynamik ab.
Beunruhigend ist das Auseinanderdriften der konjunkturellen
Entwicklung zwischen den alten und den neuen Ländern." Dies erklärte
Anton F. Börner, Präsident des Bundesverbandes des Deutschen Groß-
und Außenhandels (BGA), heute in Berlin bei der Vorstellung der
aktuellen Umfrage zu den konjunkturellen Aussichten seiner Branche.
Bereits in den zurückliegenden sechs Monaten habe die Konjunktur
erheblich nachgelassen. Es bestehe ein deutlicher Unterschied in den
konjunkturellen Erwartungen zwischen den Unternehmen in Ost- und in
Westdeutschland. In der Umfrage stuften in den alten Ländern 25
Prozent der Befragten die aktuelle Stimmungslage als sehr gut oder
gut ein. Als schlecht oder sehr schlecht beurteilten diese nur 22
Prozent. Ganz anders sei die Lage in den neuen Ländern: Dort
erachteten nur 15 Prozent die wirtschaftliche Lage als gut, 50
Prozent dagegen als schlecht oder sehr schlecht. "In den neuen
Ländern fehlt es an wirtschaftlicher Dynamik, die den erforderlichen
Aufholprozess ermöglicht", urteilte Börner.
    
    Der BGA bekräftige seine Wachstumsprognose des
Bruttoinlandsproduktes für 2001, die er bereits im Sommer des
vergangenen Jahres mit 2,5 Prozent angegeben hatte. Damals hätten die
meisten Institute für 2001 noch mit rund drei Prozent gerechnet. In
der Zwischenzeit seien diese Prognosen im Schnitt um 0,5 Prozent nach
unten korrigiert worden. "Wir sind zuversichtlich, dass es sich bei
der aktuellen Entwicklung nur um eine Wachstumsdelle und nicht etwa
um einen Wachstumseinbruch handelt", führte Börner aus. Die Umfrage
ergab zudem, dass im Jahr 2001 47 Prozent der befragten Unternehmer
ein Umsatzplus erwarteten. Nur 13 Prozent gingen von einem Rückgang
aus. In den neuen Ländern zeichne sich jedoch keine nachhaltige
Erholung ab. Zwar rechneten 27 Prozent mit höheren Umsätzen,
allerdings erwarteten 41 Prozent weiter fallende Umsätze. Für das
laufende Jahr planten 22 Prozent der Unternehmen höhere, 15 Prozent
niedrigere Investitionsansätze. Niederschmetternd sei der Blick auf
die neuen Länder. Dort planten lediglich 9 Prozent der Unternehmen,
die Investitionen aufzustocken. 23 Prozent gingen von niedrigeren
Investitionsansätzen aus. Nach einem leichten Beschäftigungsaufbau im
Vorjahr rechneten die Unternehmen in den alten Ländern auch in 2001
tendenziell mit einer leicht steigenden Beschäftigung, erläuterte
BGA-Präsident Börner.
    
    Im politischen Teil der Unternehmerumfrage gaben 56 Prozent der
Befragten an, durch die Ökosteuer erheblich mehr belastet zu werden
als sie durch die Absenkung des Rentenversicherungsbeitragssatzes
entlastet würden. Bei lediglich zwei Prozent sei es umgekehrt. Eine
Novellierung des Betriebsverfassungsgesetzes lehnten zwei Drittel der
Unternehmen ab. Eine Mehrheit von 72 Prozent teilt die Auffassung,
dass das deutsche Betriebsverfassungsgesetz im internationalen
Wettbewerb einen erheblichen Standortnachteil bedeute.
    
    Als neuer Präsident des BGA hob Anton Börner für seine zukünftige
Arbeit hervor: "Wir verschenken Jahr für Jahr Wachstum und damit eine
große Portion unseres Wohlstandes. Nach wie vor drückt die hohe
Arbeitslosigkeit auf die öffentlichen Haushalte. Die größte
Herausforderung für die Gesellschaft ist die künftige Finanzierung
der Renten und der Gesundheit. Wir müssen also etwas tun. Das Gebot
der Stunde kann nur heißen: Wachstum schaffen! Dies erreichen wir,
wenn wir unserer Wirtschaft die Freiheit geben, die sie braucht. Wir
dürfen sie nicht mehr wie bisher regulieren. Am stärksten
eingeschränkt werden wir in Deutschland durch ein international nicht
wettbewerbsfähiges Arbeitsrecht. Dieses müssen wir lichten. Dabei
betone ich: Unternehmer und Arbeitnehmer brauchen beide mehr
Freiheit. Die vermeintlichen Arbeitsschutzgesetze wirken in der
Praxis extrem arbeitnehmerfeindlich. Wenn wir unsere Arbeitswelt von
den überzogenen Regulierungen befreien, werden wir eine gewaltige
Dynamik und einen entsprechenden Wohlstandsschub erleben. Dafür
möchte ich werben, bei den Menschen in unserem Land und bei der
Politik."
    
    Pressestatement und Charts zur Umfrage können abgerufen werden.
    
ots Originaltext: BGA
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