BGA Bundesverb. Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen e.V.

BGA: Außenhandel immer wichtiger - auch Binnenwirtschaft stärken

Berlin (ots) - "Der Außenhandel ist für unsere Gesellschaft unverzichtbar. Sein Anteil am BIP wird sich aller Voraussicht nach in den nächsten 20 Jahren noch verdoppeln. In Zeiten rückläufiger Bevölkerung und oftmals gesättigter Märkte in Deutschland - aber auch in weiten Teilen Europas - liegen unsere Zukunftschancen in der Teilhabe am dynamischen Wachstum der prosperierenden Schwellenländer außerhalb." Dies erklärt Anton F. Börner, Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen e.V. (BGA) anlässlich des BGA-Unternehmertags mit Bundeskanzlerin Angela Merkel, Außenminister Guido Westerwelle, dem SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel und dem Grünen-Vorsitzenden Cem Özdemir heute in Berlin.

"Die Forderung nach einer Stärkung der Binnenkonjunktur ist kein Widerspruch zur außenwirtschaftlichen Leistungsfähigkeit! Wir sollten das eine tun ohne das andere zu lassen. Beide Sachverhalte ergänzen sich und dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Eines muss jedoch jedem klar sein, der jetzt nach großen Lohnerhöhungen ruft: Durch Steigerung der Lohnstückkosten werden wir unsere Wettbewerbsfähigkeit nicht erhöhen! Hingegen bin ich fest davon überzeugt, dass wir angesichts der Herausforderungen der Demographie, der Sicherung unserer Sozialsysteme und der Verschiebung der weltwirtschaftlichen Zentren mehr Investitionen mobilisieren müssen. Hier können mit der richtigen Rahmensetzung, zuvorderst im Bausektor, noch ungeahnte Potentiale zur Belebung der Konjunktur gehoben werden! Tatsache ist, dass die Politik hier zu wenig tut. Es ist doch absurd, dass binnenwirtschaftliche Investitionen faktisch noch zusätzlich besteuert werden, wie dies durch die Regelabschreibung im Baubereich von aktuell zwei Prozent geschieht. Wer glaubt denn ernsthaft, dass ein Gebäude 50 Jahre hält ohne zusätzliche Investitionen? 25 Jahre, also vier Prozent Abschreibung, kämen der Wirklichkeit deutlich näher! Dann würden wir auch wieder mehr Investitionen sehen, ob im Neubau oder bei der Sanierung", so Börner bei der Eröffnung.

"Gewinnorientierung und Profitstreben verdankt das Land seinen Wohlstand und seine Menschen ihre Arbeit. Die ganz übergroße Mehrheit der Unternehmer und Manager handelt vorbildlich und bekennt sich klar zu ihrer Verantwortung gegenüber ihrer Belegschaft und ihrem Umfeld. Deshalb ist die beste Sozialpolitik für die Schwachen eine international wettbewerbsfähige Soziale Marktwirtschaft", so Börner. Hier hätten die Unternehmer eine klare Bringschuld gegenüber der Gesellschaft und der Politik, die wirtschaftlichen Zusammenhänge zu erklären.

"Aber auch die Politik muss Profil zeigen: Wer bei den Menschen die falsche Hoffnung weckt, der Renteneintritt könne zurück gedreht werden; wer die Menschen verunsichert, indem er sagt 'Wir prüfen das noch einmal', steuert auf die Gefahr zu, sein Wahlversprechen auch einlösen zu müssen und versündigt sich an den Jüngeren", so der BGA-Präsident abschließend.

42, Berlin, 20. Oktober 2010

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