NDR Norddeutscher Rundfunk

NDR 90,3 exklusiv: Krankenkassen haben Riesendefizite

    Hamburg (ots) - Die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland
haben im ersten Quartal dieses Jahres ein Riesendefizit gemacht. Der
AOK Bundesverband kommt auf ein Minus von rund 340 Millionen Euro,
die Ersatzkassen verzeichnen einen Fehlbetrag von 250 Millionen Euro
- so Informationen, die NDR 90,3 exklusiv vorliegen. Auch die
Innungskrankenkassen haben ein Millionenloch in der Kasse.
    
    Bei den Ersatzkassen hat es besonders hart die Barmer mit 90
Millionen Euro Defizit und die DAK mit fast 80 Millionen Euro Minus
getroffen. Die Techniker-Krankenkasse hat sogar fast 140 Millionen
Euro Mindereinnahmen - sie musste allerdings besonders hohe
Ausgleichszahlungen an die finanzschwächeren Kassen abführen.
    
    Einig wie selten beklagen die Spitzenverbände der Krankenkassen
das weit überdurchschnittliche Ansteigen der Arzneimittel-Ausgaben.
Bereits im vergangenen Jahr waren diese erheblich gestiegen; diese
Entwicklung setzt sich jetzt bei der DAK und TK z.B. mit einem Plus
von 5 Prozent netto fort. Bei dieser Berechnung wurden bereits die
Ausgleichszahlungen der Pharma-Industrie abgerechnet - das heißt,
dass bei DAK und Techniker-Kasse die Ausgaben in Wirklichkeit um mehr
als 8 Prozent gestiegen sind. Damit nicht genug: Im April sollen die
Arzneimittel-Ausgaben um weitere 15 Prozent zugenommen haben.
    
    Nur zwei Ersatzkassen haben ein positives Ergebnis zu verzeichnen
- die Hanseatische Krankenkasse und die Hamburg-Münchner kommen nach
Informationen von NDR 90,3 Reporter Bernd Seguin zusammen auf ein
Plus auf sieben Millionen Euro.
    
    
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