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Abgasaffäre: Flut von Sammelklagen gegen VW hält an

Hamburg (ots) - Die Flut der US-Sammelklagen gegen den Volkswagen-Konzern wegen der Abgasaffäre hält unvermindert an. Nach Informationen von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung wurden seit Bekanntwerden der Vorwürfe vor zweieinhalb Monaten nahezu 500 solcher Klagen bei Gerichten aller US-Bundesstaaten eingereicht. Neben Volkswagen und seiner amerikanischen Tochterfirma sind auch andere Unternehmen des Konzerns und ein Zulieferer ins Visier der US-Justiz geraten.

So ist die Audi AG dem US-weiten Gerichtsinformationssystem Pacer zufolge in 120 Fällen Beklagter, der Sportwagenbauer Porsche in 22 und das Elektronikunternehmen Bosch in 19 Fällen. Auch gegen den früheren VW-Chef Martin Winterkorn und den US-Chef des Wolfsburger Unternehmens Michael Horn persönlich richten sich einige der Klagen. Die Kläger sind zumeist Privatpersonen und Unternehmen, es sind jedoch auch Kommunen und Hochschulen darunter. Sie werfen dem Volkswagen-Konzern Betrug und Täuschung vor und fordern Schadensersatz in Milliardenhöhe.

Nach Bekanntwerden einer Sammelklage gegen Bosch, die am vergangenen Montag in Detroit eingereicht worden war, hatte ein Bosch-Sprecher einen Kommentar abgelehnt und auf ein Statement vom 24. September verwiesen, in dem das Unternehmen eine Mitverantwortung von sich gewiesen hatte. Bosch wird in der jüngsten Klage vorgeworfen, zusammen mit Volkswagen an einer "Verschwörung" teilgenommen zu haben. Die Klageschrift verweist ausdrücklich auf Berichte deutscher Medien vom September, wonach Bosch im Jahre 2007 VW vor der Benutzung seiner Software als illegale Abschalteinrichtung gewarnt habe. Bosch habe aber trotz dieser Warnung die Software ausgeliefert und folglich von den mutmaßlichen Rechtsverstößen durch Volkswagen profitiert.

In New Orleans berät derzeit ein Gremium von Richtern, an welchem US-Gericht die Sammelklagen zusammengeführt werden sollen. Einige der Kläger sprechen sich für die Autostadt Detroit aus, wo die Richter viel Erfahrung mit Klagen gegen Automobilkonzerne haben. Im Gespräch sind aber auch die Bundesstaaten Virginia und Kalifornien, dessen Umweltbehörde den Skandal aufgedeckt hatte.

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