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"Panorama": Verdacht der Untreue gegen Bischof Mixa - "Das war ein Griff in fremde Kassen"

Hamburg (ots) - Der Augsburger Bischof Walter Mixa hat sich beim Kauf von Antiquitäten "eindeutig einer Straftat schuldig gemacht", so beurteilt der renommierte Hamburger Strafrechtler Gerhard Strate die Finanztransaktionen von Bischof Mixa aus seiner Zeit als Stadtpfarrer im bayerischen Schrobenhausen im ARD-Politikmagazin "Panorama" (Sendung: Donnerstag, 15. April, im Ersten).

1995 hatte Walter Mixa als Vorsitzender der "Kirchenstiftung Schrobenhausen" Kunstgegenstände für das Pfarrhaus gekauft, darunter einen Kupferstich für 43.000 DM. Bezahlt wurden das Kunstwerk aber von der "Katholischen Waisenhausstiftung" des Ortes, deren Vorsitzender Mixa ebenfalls war. Das belegt eine Quittung, die "Panorama" vorliegt.

"Der Ankauf von Antiquitäten oder alten Stichen hat nichts mit dem Zweck einer Waisenhausstiftung zu tun", so Gerhard Strate. "Wenn das Geld - wie hier offenbar geschehen - über fünf Jahre der Waisenhausstiftung entzogen war, dann begründet das eindeutig den Vorwurf der Untreue."

Der Sprecher des Bischofs, Dirk Hermann Voss, räumt in "Panorama" Fehler bei der Anschaffung ein und begründet sie mit "buchungstechnischen Vorgängen". Es sei mehrfach zu "finanztechnisch unklaren Zuordnungen gekommen".

Dieser Argumentation hält der Strafrechtler Strate entgegen: "Bloß allein, dass Bischof Mixa als Seelsorger und Priester tätig ist, bedeutet nicht, dass er nicht wüsste, dass man nicht in fremde Taschen greifen darf. Das war ein Griff in fremde Kassen. Das hat er auf keinen Fall gedurft."

Nach "Panorama"-Recherchen ist bislang völlig unklar, ob es sich bei dem Kunstwerk tatsächlich - wie behauptet - um einen Originalstich des Künstlers "Piranesi" handelt. Der Verkäufer des Stichs ist Rudolf Koletzko, ein langjähriger Bekannter des Bischofs. Auf Anfrage von "Panorama" räumt er ein, nicht genau zu wissen, ob der Stich echt ist. Das Werk stamme aus der Haushaltsauflösung seiner Mutter.

Nach Einschätzung des Kunstexperten Harald Weinhold aus München wäre selbst ein echter Piranesi-Stich nur ca. 4000 Euro wert, der damalige Kaufpreis von 43.000 DM sei also unverständlich.

14. April 2010

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