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Neuer Vorwurf gegen Doris Heinze

    Hamburg (ots) - Im Zuge der internen Ermittlungen zur Aufklärung des Falls Heinze hat der NDR eindeutige Hinweise auf einen weiteren Betrug erhalten. Danach hat die frühere NDR Fernsehfilm-Chefin Doris Heinze das Drehbuch für den nicht realisierten Film "Dienstage mit Antoine", das sie unter dem Pseudonym "Marie Funder" an die Produktionsfirma AllMedia geliefert hat, mit geringfügigen Änderungen unter dem Namen Doris Heinze an eine weitere Produktionsfirma - Network Movie aus Hamburg - verkauft. Nach den vorliegenden Erkenntnissen hat Frau Heinze also für zwei praktisch identische Bücher doppelt kassiert: einmal als "Marie Funder" bei der AllMedia, ein zweites Mal als Doris Heinze bei Network Movie. Für die unter ihrem wirklichen Namen angefertigte Drehbuchentwicklung hatte sie vom NDR eine Nebentätigkeitsgenehmigung, in der als sendende Anstalt "ARD oder ZDF" angegeben war. Die zwei Versionen ein und desselben Stoffes wurden im Jahr 2007 praktisch zeitgleich an die zwei betroffenen Produktionsfirmen verkauft.

    Über diese neue Erkenntnis sowie über den Fortgang im Fall Heinze insgesamt hat NDR Intendant Lutz Marmor den Verwaltungsrat des Senders auf seiner Sitzung am Freitag (11. September) umfassend informiert. Vorausgegangen war eine kontinuierliche schriftliche Information. Marmor: "Es ist schon sehr bitter, dass die engagierte und professionelle Arbeit der NDR-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter für ihr Publikum durch die schweren Verfehlungen der früheren Fernsehfilmchefin überschattet wird. Dieser Fall ist auch eine herbe menschliche Enttäuschung. Wir werden weiterhin intensiv an der Aufklärung arbeiten und dabei auch selbstkritisch prüfen, ob gegebenenfalls unsere bisherigen Regeln ergänzt werden müssen."

    Hartmut Tölle, Vorsitzender des NDR-Verwaltungsrats: "Die klare Haltung und das entschlossene Handeln des NDR-Intendanten zur umfassenden Aufklärung des Sachverhalts im Fall Heinze unterstützt der Verwaltungsrat ausdrücklich. Wir haben den NDR darin bestärkt, Missbrauchsfällen wie diesen in Zukunft noch besser vorzubeugen. Die bereits erfolgte Einsetzung eines internen Anti-Korruptionsbeauftragten und die vom Intendanten vorgesehene Benennung eines Vertrauensanwalts sind dabei richtige Schritte. Insgesamt bescheinigt der Verwaltungsrat dem NDR bisher ein professionelles Krisenmanagement."

    11. September 2009

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