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Volker Herres, NDR Programmdirektor Fernsehen, zu den Protesten der Alevitischen Gemeinde

    Hamburg (ots) - Zu den anhaltenden Protesten und Demonstrationen der alevitischen Gemeinden in Deutschland erklärt Volker Herres, NDR Programmdirektor Fernsehen:

    "Wir nehmen die Kritik der alevitischen Gemeinden ernst. Angesichts der jahrhundertealten Ressentiments, denen sich diese Gemeinschaft ausgesetzt sieht, und vor dem religiösem Hintergrund kann ich die massiven Reaktionen und Proteste durchaus nachvollziehen.

    Der ARD-'Tatort' 'Wem Ehre gebührt' hat hier etwas ausgelöst, was in keiner Weise intendiert war und aus dem Inhalt des Films selbst auch nicht abzuleiten ist. Der Krimi 'Wem Ehre gebührt' steht ebenso wenig wie seine Drehbuchautorin und Regisseurin Angelina Maccarone unter Verdacht, religiöse Gruppen diffamieren und übelste Stereotypen gegenüber Aleviten nähren zu wollen. Es handelt sich bei dieser fiktionalen Darstellung ganz eindeutig um eine individuelle Tragödie, in der das Motiv der Handlung in keiner Weise einem religiösen Milieu zugeschrieben oder gar generalisiert wird.

    Wenn dieser Film gleichwohl in die Konfliktlinien fremder Kulturen geraten ist und sich Mitglieder der alevitischen Glaubensrichtung diffamiert fühlen, so bedauere ich dies. Ich appelliere aber auch an die alevitischen Gemeinden, nicht unangemessen zu reagieren, sondern mit der, dieser Gemeinschaft eigenen Liberalität, auch die Kunst-und Rundfunkfreiheit zu respektieren. Dazu gehört es auch, den jeder Grundlage entbehrenden Vorwurf der Volksverhetzung zurückzunehmen. Unverändert gilt das Angebot des NDR zum Gespräch mit Vertretern der alevitischen Gemeinden."

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