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Allg. Zeitung Mainz: Chancen - Kommentar von Frank Schmidt-Wyk zur Realschule plus

Mainz (ots) - Die Realschule plus kam zur Welt, als die Sozialdemokraten allein regierten im Land. Sie ist ein lupenreines Kind der SPD, die seitdem ununterbrochen den Ministerpräsidenten stellt und das Bildungsministerium führt. Deshalb ist kaum zu verstehen, dass bislang so wenig für eine breitere Akzeptanz dieser jungen und in Deutschland einmaligen Schulform getan wurde. Selbst die im aktuellen Koalitionsvertrag vollmundig angekündigte "Informationskampagne" - "Imagekampagne" wäre die treffendere Vokabel - kommt bislang nur schleppend in Gang. Erfolgreich sein kann sie nur, wenn bei den Eltern die Botschaft ankommt: Wer sein Kind auf eine Realschule plus schickt, verbaut ihm keine Chancen, sondern erhöht sie unter Umständen sogar. Etwa dann, wenn ein Kind am Ende der Grundschule zwar das Potenzial erkennen lässt, auf dem Gymnasium mitzuhalten, aber nicht ganz so weit ist, noch etwas Zeit zur Entfaltung braucht. Überhaupt sollten sich Mütter und Väter bei der Schulwahl selbstkritisch hinterfragen: Geht es ihnen wirklich um das Wohl ihres Kindes? Oder um ihr eigenes? Statusdenken ist bei dieser Entscheidung völlig fehl am Platz, auch aus diesem Grund: Akademiker gibt es in Deutschland genug. Händeringend gesucht werden Fachkräfte: Handwerker, Mechaniker, Techniker, Pfleger. Vereinzelt kommt es tatsächlich vor, dass ein Schüler trotz Gymnasialempfehlung auf eine Realschule plus gehen möchte, weil er/sie statt zu studieren lieber eine Lehre machen will, und die Eltern das akzeptieren. Etwas mehr von dieser speziellen Aufbruchsstimmung würde dem Land gut tun.

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