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Allg. Zeitung Mainz: Chaosstrategie
Kommentar von Karl Schlieker zur US-Regierung

Mainz (ots) - Mit jeder politischen Niederlage von US-Präsident Donald Trump nimmt die offene Schlacht im eigenen Lager an Schärfe zu. Der neue Kommunikationschef Anthony Scaramucci hat mit hasserfüllten Tiraden und nicht jugendfreien Obszönitäten jetzt jede Schamgrenze des ohnehin schon rauen Politgeschäfts in den Vereinigten Staaten durchbrochen. US-Präsident Donald Trump scheint dabei keine Vermittlerrolle einzunehmen, sondern die Kontrahenten zu immer neuen Ausfällen anzufeuern. Da ist es nur konsequent, dass der US-Satiriker Stephen Colbert eine Cartoon-Serie über das Weiße Haus produzieren wird. Wo die Satire von der Realität überholt wird, bleibt ihr nichts anderes übrig, als die Realität zu kopieren. Das grauenvolle Schauspiel ist aber keine billige Schmierenkomödie in irgendeiner Provinz, sondern Regierungsalltag einer Weltmacht mit Atomwaffen. Wie lange Trump mit seiner Chaosstrategie des Missgunst-Schürens, der öffentlichen Demontage und offener Erpressungsversuche durchhält, ist offen. Politisch erfolgreich ist der US-Präsident damit jedenfalls nicht. Selbst ein abgespeckter Gesetzentwurf gegen die Krankenversicherung "Obamacare" scheitert am Widerstand in den eigenen Reihen der Republikaner. Ein Grund der erneuten Niederlage liegt darin, dass Trump außer der puren Ablehnung kein eigenes politisches Konzept für die Krankenversorgung vorgelegt hat. Aber Stänkern allein ist kein Ersatz für politisches Handeln. Für die Republikaner wird es zur politischen Überlebensfrage, wie lange sie dem Treiben zusehen.

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