Allgemeine Zeitung Mainz

Allg. Zeitung Mainz: Mit Hochdruck
Kommentar zur Mainzer Unimedizin
Von Michael Bermeitinger

Mainz (ots) - Seit acht Jahren gibt es an der Universitätsmedizin das Amt des Vorstandsvorsitzenden, aber Kontinuität? Fehlanzeige. Der erste Vorstandschef ging rasch, es folgte ein langes Interregnum, bevor 2014 Babette Simon kam - die das Haus nun schon wieder verlässt. Dass die Professorin auf einen Spitzenposten in der Industrie wechselt, ist der Grund, den man von Seiten des Ministeriums am liebsten nennt, doch der Konflikt mit ihrer kaufmännischen Vorstandskollegin spielte auch eine Rolle. So etwas kann passieren, und dann geht man eben getrennte Wege. Dass Simon enorm viel für die Unimedizin geleistet hat bis hin zur positiven Begutachtung durch den Wissenschaftsrat, steht dabei außer Frage. Vielleicht hätte sich der Aufsichtsratsvorsitzende, Staatssekretär Barbaro, früher der Angelegenheit widmen müssen, nach dem Landratswahlkampf hat er nun aber Zeit, sich der Universitätsmedizin anzunehmen - und das ist mehr als dringlich. Das Minus ist vergangenes Jahr wieder gestiegen, und es braucht nun eine Antwort auf die drängendsten Fragen: Wird die schwarze Null das oberste Ziel oder akzeptiert man, dass eine Universitätsmedizin, zumal die einzige im Land, das einfach nicht schaffen kann? Und was wird aus den 100 Millionen Euro Schulden, die sich angehäuft haben? Kommt der Schuldenschnitt? Mit nicht weniger als Hochdruck müssen diese Probleme endlich angegangen werden. Denn diese Grundfragen haben sich seit Amtsantritt von Babette Simon wenig geändert, und einen hochkarätigen Nachfolger wird man nur finden, wenn das Land endlich sagt, wie es mit der Unimedizin weitergeht. Da ist auch Minister Wolf gefordert.

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