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Allg. Zeitung Mainz: Höchste Gefahr
Allgemeine Zeitung Mainz zu G20-Gipfel und Pressefreiheit

Mainz (ots) - Wenn ich zu wählen hätte zwischen einem Land mit einer Regierung, aber ohne Zeitung, und einem Land mit Zeitung, aber ohne Regierung, würde ich mich für das Land ohne Regierung entscheiden." Der Satz stammt von Thomas Jefferson (1743 - 1826), dem dritten Präsidenten der USA. Beim derzeitigen Präsidenten der USA ist das womöglich umgekehrt. Beim türkischen Präsidenten vermutlich auch. In vielen Ländern werden Journalisten umgebracht oder eingesperrt. Journalisten beeinflussen zu wollen - das gehört auch in zivilisierten Staaten zum Standardrepertoire. Die Pressefreiheit muss aufs Entschiedenste verteidigt werden. Dass beim G 20-Gipfel Journalisten nachträglich und urplötzlich als Sicherheitsrisiko eingestuft wurden, bedarf dringend der Aufklärung; dabei ist es natürlich eine Denkoption, dass sich jemand als Journalist tarnen und Ungesetzliches im Sinn haben könnte. Aber: Der Verdacht, dass der türkische Geheimdienst beim "Aussortieren" von Presseleuten seine Finger im Spiel hatte und die deutsche Seite sich womöglich instruieren ließ, ist nicht vom Tisch. Zwar ist nicht auszuschließen, dass eine Kooperation zwischen deutschen und türkischen Sicherheitsorganen nötig sein kann; wenn dabei aber die deutsche Seite - ungewollt - zum Handlanger Erdogans bei dessen Kampf gegen kritische Medien würde, wäre das verheerend. Genauso verheerend wie die Tatsache, dass kriminelle Linksextremisten Straßenzüge in Schutt und Asche legten, die Sicherheitsplaner im Ergebnis versagten und Bürger, aber auch Polizeikräfte in vorderster Front in höchster Gefahr waren.

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