Allgemeine Zeitung Mainz

Allg. Zeitung Mainz: Durchwursteln?
Kommentar von Reinhard Breidenbach zur Rentenpolitk

Mainz (ots) - Wer ein Leben lang ordentlich verdient, braucht sich keine Sorgen um seine Rente zu machen - dieses Fazit einer Studie ist gesamtgesellschaftlich wahrhaftig kein Trost. Es klingt vielmehr nach dem bitteren Scherz: Lieber reich und gesund als arm und krank. Die Anzahl gebrochener Erwerbsbiografien wird eher zu- denn abnehmen. Erschwerend kommt hinzu, dass das Thema Rente auch bei denen, die privat hätten vorsorgen können, lange als uncool galt, hedonistisches Motto: "Leben tu ich doch heute." Schon; aber wer klug ist, unterschätzt das eigene Rententhema trotzdem nicht. Beim Stichwort "private Vorsorge" fällt sofort ins Auge: Es muss bald Schluss sein mit der Nullzins-Politik in Europa, denn sie ist eine glatte Enteignung der Sparer. Im Großen und Ganzen sehen die Rezepte der Politik in Sachen Rentenstabilität nicht nach großem Wurf aus, eher nach Durchwursteln mit Aufwallungen in Wahlkämpfen, nach Hoffen auf eine gute Konjunkturlage mit hohem Beitragsaufkommen. Nach derzeitigen Erkenntnissen führt der demografische Wandel unerbittlich dazu, dass gemäß dem unstreitig sinnvollen Generationenvertrag immer weniger Beitragszahler für immer mehr Rentner aufzukommen haben. Umso wichtiger: die Bildungspolitik, damit die Beitragszahler zumindest für ihre Jobs gerüstet sind, aber auch vernünftige, vorurteilsfreie Migrations- und Integrationspolitik. Zuwanderung wird das deutsche Demografieproblem nicht lösen, aber vielleicht mildern. Wenn alles nicht hilft, wird der Staat mit Steuermitteln einspringen müssen. Er muss solidarisch sein. Und die regierenden Parteien wollen Rentner nicht als Wähler verlieren.

Pressekontakt:

Allgemeine Zeitung Mainz
Liudmila Shkirtovskaya
Newsdesk
Telefon: 06131/485801
desk-zentral@vrm.de

Original-Content von: Allgemeine Zeitung Mainz, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Allgemeine Zeitung Mainz

Das könnte Sie auch interessieren: