Allgemeine Zeitung Mainz

Allg. Zeitung Mainz: Teuflisch
Kommentar zu Nordkorea
Von Reinhard Breidenbach

Mainz (ots) - Dem US-Präsidenten muss dämmern, dass diese Außenpolitik irgendwie ein sehr kompliziertes Geschäft ist. Bei dem man nicht einfach herumschreien oder Kampfjets losschicken kann. Bei dem man aber auch nicht wie ein Hanswurst mit leeren Drohungen dastehen darf. Im Fall Syrien hatte Trump, vermutlich aus einem Bauchgefühl heraus, zumindest angekündigt, militärisch härter zuzuschlagen. So recht beeindruckt hat das offenbar niemanden, ein Ende des Syrienkriegs ist weder auf militärischem, noch auf diplomatischem Weg in Sicht. Vermutlich ließ die Führungsclique in Pjöngjang den unschuldigen Studenten Otto Warmbier umbringen, vielleicht zu Tode foltern. Eine menschliche Tragödie. Und auch eine Demütigung, nicht nur, aber gerade in der relativ unintellektuellen Vorstellungswelt des Donald Trump. Trump, ratlos zuhaus. Der Fall Nordkorea ist im Grunde absurd. Eine Dynastie von Diktatoren, eher von eigener Dekadenz als von Kommunismus getrieben, terrorisiert das Land. Noch schlimmer: Pjöngjang spielt Atommacht und niemand weiß genau, wohin das führen kann. Stärkerer Druck, etwa in Form verschärfter Sanktionen, träfe am schlimmsten die Falschen, die nordkoreanischen Bürger - ein ebenso weitverbreitetes wie schlimmes, unauflösbares Dilemma. Eigentlich steht China in der Pflicht, Nordkoreas Schutzmacht. Peking wird jedoch mit größter Genugtuung die Avancen aus Richtung Europa zur Kenntnis nehmen, die daraus resultieren, dass Trump irrlichtert. China könnte also versuchen, Europa und die USA gegeneinander auszuspielen. Eine verteufelte Situation.

Pressekontakt:

Allgemeine Zeitung Mainz
Wolfgang Bürkle
Newsmanager
Telefon: 06131/485980
online@vrm.de

Original-Content von: Allgemeine Zeitung Mainz, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Allgemeine Zeitung Mainz

Das könnte Sie auch interessieren: