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Allg. Zeitung Mainz: Neue Zeiten
Kommentar von Reinhard Breidenbach zum Terror

Mainz (ots) - Die ersten Gedanken sind bei den Opfern und Hinterbliebenen. Der zweite Gedanke gilt denen, die sich heldenhaft und beispielhaft verhalten haben beim Anschlag in London, aber auch bei der Terrorwarnung bei "Rock am Ring". In London hat ein Beamter mit bloßen Händen eingegriffen; Ärzte, Sanitäter, Bürger, die anderen Übernachtungsmöglichkeiten boten, sind Vorbilder. Kein Vorbild war der Veranstalter Marek Lieberberg, der über die Unterbrechung von Rock am Ring jammerte. Vorbildlich haben sich dort die Besucher verhalten. Am Abend zogen sie diszipliniert von dannen und sangen "You'll never walk alone", am anderen Morgen kamen sie zurück. Facebook erklärt im Brustton der Überzeugung, man wolle im Netz eine "feindselige Umgebung" für Terroristen schaffen. Eine sehr gute Nachricht, leider furchtbar spät. Ein paar Prinzipien sind in Zeiten des Terrors gar nicht so neu, funktionieren jetzt aber anders. Je früher wir uns zum Beispiel an schärfere Kontrollen gewöhnen, desto besser. Dagegen ist es Blödsinn, wenn Trump "alle Muslime raus" schreit. Dass Polizisten Attentäter, solange die ein Messer in der Hand haben, im Zweifel sofort erschießen, ist nach allen juristischen und ethischen Regeln geboten. Nicht gut ist es dagegen, wenn sich eine Premierministerin wie Theresa May, die sich im Wahlkampf zur neuen "Eisernen Lady" hochstilisieren will, ohne bisher im Entferntesten an die Ebene von Margaret Thatcher heranzureichen, mit der "Shoot to Kill"-Taktik regelrecht brüstet und von "Ausrottung" des Islamismus redet. Sprachliche Radikalisierung dient der Sicherheit nicht.

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