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Allg. Zeitung Mainz: Auf der Flucht
Kommentar von Markus Lachmann zu Wikileaks-Gründer Assange

Mainz (ots) - Schweden stellt das Verfahren gegen Wikileaks-Gründer Julian Assange wegen Vergewaltigungsvorwürfen ein. Das hört sich zunächst als Erfolg für den Internetaktivisten an. Doch an der Situation des Mannes, der seit fünf Jahren in der Botschaft des Staates Ecuador in London lebt, ändert sich nur wenig. Assange zählt für die USA zu den am meist gesuchten Personen. Das war schon zur Amtszeit Obamas so, und unter Donald Trump ist die Aussicht kaum besser geworden. Erst unlängst hat der US-Justizminister noch einmal betont, wie wichtig es seinem Land sei, den Australier dingfest zu machen. Zweifelsohne: Assange ist eine schillernde und nicht wirklich sympathische Persönlichkeit. Wikileaks allerdings ist als Enthüllungsplattform längst in die Geschichte eingegangen. Völlig zu Recht. Mit den Enthüllungen etwa aus dem Irak-Krieg oder den Spähangriffen der NSA selbst auf befreundete Staaten haben Assange und Co. den Demokratien weltweit einen großen Dienst erwiesen. Ihren Zenit hat die Plattform allerdings schon lange überschritten, neue "Player" sind auf den Plan getreten. Man kann dem gesundheitlich angeschlagenen Assange nur wünschen, dass er es schafft, den Fängen der USA zu entkommen, jener Weltmacht, bei der sich die Geheimdienste anmaßen, zu definieren, wo die Grenzen der Meinungsfreiheit aufhören. Selbst wenn es Assange bis ins Exil nach Ecuador schaffen sollte: Mit der Angst, in einer US-Zelle, womöglich sogar im Todestrakt, zu landen, wird er wohl für immer leben müssen.

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