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Allg. Zeitung Mainz: Aggressor
Kommentar zum MH17-Abschuss
Von Mario Thurnes

Mainz (ots) - Das internationale Ermittlerteam ist vorsichtig und legt sich (noch) nicht fest in der Frage, wer das Passagierflugzeug MH17 abgeschossen hat. Juristisch ist das richtig. Politisch indes zeichnet sich schon lange ab, wer den Abschuss zu verantworten hat. Die Ergebnisse des Ermittlerteams verhärten diesen Verdacht noch einmal: Demnach wurden die Raketen von einer russischen Rampe aus abgeschossen, die auf einem Gebiet stand, das von prorussischen Truppen kontrolliert wurde. Vor dem Abschuss wurde die Rampe aus Russland angeliefert und danach dorthin zurückgebracht. Ausgehend von diesen Indizien ist der Weg zur politischen Verantwortung der russischen Regierung nicht mehr weit. Wobei gar nicht entscheidend ist, wer aus der Regierung was genau gewusst hat - und wann er dieses Wissen erhalten hat. Denn für einen solch ungeheuerlichen Vorfall muss ein Politiker auch dann Verantwortung übernehmen, wenn er nicht direkt involviert ist. Aber ist es nicht naiv, zu erwarten, dass der russische Präsident Wladimir Putin für den Abschuss irgendwann in irgendeiner Form Verantwortung übernehmen wird? Ja, schon. Trotzdem ist es richtig, diesen naiven Standpunkt einzunehmen - zumindest zwischenzeitlich. Denn es braucht diese Perspektive, um deutlich zu machen, wes Geistes Kind Putin ist. Er ist eben kein normales Regierungsoberhaupt und kein normaler Staatschef, wie sie in westeuropäischen und nordamerikanischen Demokratien üblich sind - und wie es seine Anhänger in Deutschland gerne sehen. Putin ist ein Aggressor, der Wahrheit und Verantwortung willkürlich interpretiert, immer so, wie es seinen Machtinteressen entspricht.

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