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Allg. Zeitung Mainz: Verroht
Kommentar von Lars Hennemann zu Gewalttätern in der Bahn

Mainz (ots) - Die Bahn rüstet auf - und hat recht damit. Leider. Es wirft ein bezeichnendes Licht auf unsere Gesellschaft, dass Zugführer, Zugbegleiter und Servicemitarbeiter nicht mehr ihren Dienst für das Unternehmen verrichten können, ohne es zunehmend mit der Angst zu tun zu bekommen. Die Ursachen sind vielschichtig. Zum einen wird auch die Bahn Opfer eines Trends, der so ziemlich alles zu Freiwild erklärt, was Uniform trägt oder nach solcher aussieht. Man muss ja nicht wie zu Großvaters Zeiten mit den Hacken knallen, wenn der Schaffner kommt, aber gewalttätig werden? Hier bricht sich Verrohung Bahn. Verstärkt wird dieser Trend durch den Umstand, dass Bahn und Polizei einen nicht unerheblichen Teil ihrer problematischen "Kundschaft" kennen. Intensivtäter heißen sie im Amtsdeutsch. Mit Blick auf diese Gruppe können sich die Polizei und das Unternehmen noch so sehr um mehr Sicherheit bemühen, wenn gleichzeitig Unrecht mehr oder weniger folgenlos bleibt. Bei Wiederholungstätern muss im Zweifel auch einmal härter durchgegriffen werden. Man kann ja beides tun: nachhaltig sanktionieren und rechtzeitig aufklären. Jeder, der sich an Mensch und Material vergeht, vergeht sich an - uns. Die Bahn ist ein Staatsbetrieb, ohne ihn würden ganze Regionen veröden und andere wiederum in Staus ersticken. Diese Botschaft wird gewiss nicht jeden Idioten davon abhalten, aus der Rolle zu fallen. Aber manche. Und übrigens: Mit Bussen und Straßenbahnen und deren Personal verhält es sich keinen Millimeter anders als mit dem in Regional- und Fernzügen.

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