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Allg. Zeitung Mainz: Applaus sicher
Kommentar von Jens Frederiksen zu Seehofers ARD/ZDF-Vorschlag

Mainz (ots) - Einfacher ist Applaus nicht zu generieren. Ein ARD-"Tatort" zu deftig - und zwischen Marktplatz und Schenke wird die Verschwendung von Steuergeldern moniert. Eine Meldung in den "heute"-Nachrichten mit dem falschen Zungenschlag verlesen - und der Stammtisch stellt den öffentlich-rechtlichen Rundfunk generell in Frage. Wenn CSU-Chef Horst Seehofer jetzt eine Zusammenlegung von ARD und ZDF nicht nur für wünschenswert, sondern für so dringend geboten erklärt, dass er die Forderung ins Grundsatzprogramm der CSU aufgenommen sehen will, dann kann er sich des Schulterklopfens von vielen Seiten sicher sein. Doch wenn das mal nicht zu erheblichen Verspannungen führt! Ganz gleich, was dem Einzelnen im Programm der Öffentlich-Rechtlichen nicht gefällt - wenn die mit Geschmacksverstärkern angerührte Unterhaltungssoße, die bei den Privaten gang und gäbe ist, in der täglichen Fernseh-Zusammenschau noch mehr Gewicht erhält, wird so manchem Nörgler die Luft wegbleiben. Gerade die Konkurrenz zwischen ARD und ZDF um wichtige Reportage- und Diskussionsformate, um die bessere Nachrichtenpräsentation und manchmal auch um den besseren Krimi verhindert bis heute, dass die "Wollnys" und "Bauer sucht Frau" als letzte Rettung der guten alten Mattscheiben-Kultur erscheinen. Nein: Ehe sich die Politik Gedanken um die Doppelstrukturen bei ARD und ZDF macht, sollte sie andere Probleme angehen. Die Aufteilung der Bundesbehörden zwischen Bonn und Berlin beispielsweise. Da wird Geld ohne Ende verpulvert - und in diesem Fall tatsächlich nur um der lieben Kosmetik willen.

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