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Allgemeine Zeitung Mainz: Reinhard Breidenbach: Kaiser In Not

Mainz (ots) - Ist vor dem Sommermärchen 2006 schmutziges Geld geflossen? Dies zu fragen ist in etwa so, als begehre man zu wissen, ob der Papst katholisch sei. Juristisch gilt die Unschuldsvermutung. Aber ausgerechnet Franz Beckenbauer, Glückskind und Lichtgestalt, könnte es nun doch ernsthaft an den Kragen gehen. Zur Erinnerung, auch wenn es um andere Dimensionen geht: Kein Mensch hätte es früher für denkbar gehalten, dass Uli Hoeneß je ins Gefängnis müsste. Wir wollen den Teufel nicht an die Wand malen, aber dass die Justiz prinzipiell auch vor größten Namen nicht Halt macht, ist eine bare Selbstverständlichkeit. Dann muss aber auch gleiches Recht für alle gelten, dann darf es nicht sein, dass in geografisch weit entlegenen Gefilden für dortige Fußballfürsten Schlupflöcher parat stehen. Die Amerikaner ermitteln, die Schweizer und die Deutschen. Das sollte Garantie genug sein, dass jetzt insofern nicht gemauschelt wird. Das ist unerlässlich für den Rechtsfrieden, und der Rechtsfrieden ist, auch wenn's wehtut, letztlich wichtiger als jeder große Fußball-Name. Selbst, wenn es für ihn bitter kommt - Beckenbauer wird es an Leib, Seele und Renommee weitgehend unbeschadet überstehen. Weil er halt einfach ein Glückskind ist. Es wäre dann aber wirklich gut, wenn er im Zuge solcher Verfahren ein ordentliches Stück weit geläutert würde. Dafür stehen die Chancen nicht schlecht, denn Beckenbauer ist zwar nicht von Selbstzweifeln geplagt, aber blöd ist er auch nicht. Nicht zuletzt: Sich an die tolle Atmosphäre beim Sommermärchen 2006 mit Freude zu erinnern, bleibt erlaubt und ratsam, auch wenn manche Begleitumstände vor dem Kadi landen.

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