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Allg. Zeitung Mainz: Deutlich - Reinhard Breidenbach zu Steinmeier - Trump

Mainz (ots) - Wenn der mexikanische Präsident Nieto Donald Trump mit Hitler vergleicht, ist das unsäglich und inakzeptabel, aber nicht bedeutsam. Nieto ist international dritte Wahl und steht unter Korruptionsverdacht. Mehr Aufsehen verursacht es da schon, wenn Frankreichs Präsident Hollande angesichts des angeblichen Hoffnungsträgers der US-Republikaner "Brechreiz" empfindet. Eine solche Äußerung ist vom Grundrecht auf Meinungsfreiheit gedeckt, jedoch äußerst ungewöhnlich. Aber Trump ist ja auch ein äußerst ungewöhnlicher Mann. Und Hollande ist nicht immer souverän. Wie vom Donner gerührt steht man jedoch, wenn ausgerechnet Frank-Walter Steinmeier Trump einen "Hassprediger" nennt - Steinmeier, der besonnene, bedächtige und gewiefte Diplomat, ein brillanter politischer und taktischer Kopf, der Mann, der Gerhard Schröders Konzepte erdachte. So einem "rutscht" nichts "heraus", schon gar nicht, wenn es um den potenziellen zukünftigen US-Präsidenten geht. Wahrscheinlich ist es gerade das, was den deutschen Außenminister und Sozialdemokraten Steinmeier ganz bewusst rhetorisch derart massiv zuschlagen lässt - die Erkenntnis, dass nicht mehr ausgeschlossen ist, was noch vor einem Jahr als grausamer Scherz erschien: Dass einer wie Trump demnächst an der Spitze des mächtigsten Staates der Welt stehen könnte, zumindest hierarchisch, wenn auch nicht intellektuell. Und dass dann auch die deutsche Regierung irgendwie mit ihm zurechtkommen müsste. Merkel wäre womöglich froh, sie könnte genauso deutlich werden. Es ist starker Tobak, was Steinmeier sagt. Aber angesichts dessen, was Trump sagt, ist es politische Notwehr.

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