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Allg. Zeitung Mainz: Hirn hilft
Kommentar zur Angst-Umfrage von Reinhard Breidenbach

Mainz (ots) - Die R+V-Versicherung teilt den Deutschen mit, dass sich 73 Prozent von ihnen vor Terrorismus fürchten und dass zwei Drittel "die Politik" für überfordert halten. Wie schön. Gut, dass das den Deutschen immer mal wieder jemand sagt. Wobei Politik-Bashing ein Selbstläufer ist, mit Applaus-Garantie. Und Applaus ist immer gut für ein Versicherungsunternehmen. Hinzu kommt die klammheimliche Frage des Betrachters, ob die brandheißen Warnungen vor Terrorismus so ganz uneigennützig sind - oder vielleicht auch in bisschen dem Zweck dienen sollen, die verängstigten Deutschen zu bewegen, ganz allgemein in mehr Sicherheit zu investieren, vielleicht in private Unfall-, Lebens- oder Rentenversicherungen, wo doch die überforderte Politik angeblich gerade bei der Rente kläglich versagt. Sarkasmus beiseite: Tatsächlich ist die Terrorgefahr in erschreckender Weise gestiegen, Anschläge sind tödliche Realität. Damit muss jeder verantwortungsbewusst umgehen. Verharmlosung ist da ebenso fatal wie Panikmache. Was immer hilft, ist nachdenken. Zum Beispiel darüber, ob es nicht hirnrissig ist, dass ausgerechnet in Staaten mit nahezu keinem Flüchtlingszustrom die Angst vor zunehmender Terrorgefahr durch Flüchtlinge am größten ist. Oder darüber, dass Zuwanderung nicht nur finanzielle Aufwendungen erfordert, sondern langfristig die deutsche Rentenkasse halbwegs stabil halten könnte. Oder darüber, ob es wirklich eine super Idee ist, Rechtsaußen-Parteien zu wählen, um den angeblich überforderten Politikern der anderen Parteien vors Schienbein zu treten. Zu hoffen ist nun inständig, dass bald eine repräsentative Umfrage der R+V-Versicherung erscheint, Titel: "Die Hoffnungen der Deutschen".

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