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Allg. Zeitung Mainz: Zwingend
Kommentar von Andreas Riechert zum Doping in Russland

Mainz (ots) - Von einem Paukenschlag zu sprechen, verbietet sich in diesem Kontext eigentlich von selbst. Die Entscheidung des Leichtathletik-Weltverbands IAAF, die Sperre der russischen Athleten auf unbestimmte Zeit zu verlängern und damit die Sportler wohl auch von Olympia in Rio auszuschließen, ist die zwingende Konsequenz aus den jüngsten Doping-Enthüllungen. Zu groß ist die Dimension der bereits öffentlich gewordenen Fälle. Zu dreist sind die Methoden, mit denen im Riesenreich offenkundig gezielt getäuscht wird. Und das seit Jahr und Tag. Dass Doping in Russland allen Indizien nach sogar vom Staat geduldet, wenn nicht gar angeordnet wird, führt den Gedanken der sportlichen Fairness endgültig ad absurdum. Umso schlimmer, dass damit gerechnet werden muss, dass IAAF und Internationales Olympisches Komitee den einflussreichen Osteuropäern doch noch ein Schlupfloch zu den Spielen bieten. Der Fisch stinkt vom Kopf her. Das Problem des flächendeckenden Dopings ist das eine, dessen gezielte Vertuschung durch führende Sportfunktionäre und Staatsmänner das andere. Zwischen diesen beiden Polen bewegt sich eine olympische Kernsportart, deren arg ramponiertes Ansehen und deren Glaubwürdigkeit immer weiter schwinden. Es wäre töricht, nun davon auszugehen, dass die Leichtathletik mit dem drohenden Ausschluss der Russen in Rio de Janeiro deutlich sauberer sein wird. Viele Nationen, die mit dem Finger auf Moskau zeigen, haben selbst ein massives Dopingproblem. Eingestehen will sich das aber niemand. Leidtragende sind vor allem jene sich schindenden Sportler, die nicht manipulieren. Und unverschuldet unter Generalverdacht geraten.

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