Allgemeine Zeitung Mainz

Allg. Zeitung Mainz: Planlos
Kommentar von Lars Hennemann zu Hackerangriffen

Mainz (ots) - Die gefährlichsten oder heimtückischsten Kriege sind die, die man gar nicht als solche erkennt. Im digitalen 21. Jahrhundert verschieben sich die Konfliktfelder zunehmend auf Schauplätze, die gewohnte und althergebrachte Kräfteverhältnisse gegenstandslos machen. Die Waffe der Gegenwart ist Wissen, Wissen und noch mal Wissen. Wenn sich dazu noch wie etwa im Falle Russlands ökonomische Unterlegenheit, verletzter Nationalstolz und ein nach wie vor ungebremst expansiv-aggressives Politikverständnis hinzugesellen, entsteht eine höchst gefährliche Lage. Erst recht, wenn auf der anderen Seite ein Land wie Deutschland steht, das ein höchst lohnenswertes Ziel ist und die Bedeutung der Thematik vielfach noch gar nicht erkannt hat. Dazu muss man nur die Zahl der Spezialisten vergleichen, die auf der einen Seite hierzulande und auf der anderen Seite etwa in den USA für Cyber-Sicherheit sorgen. Ach ja, unsere amerikanischen Freunde: Die haben es einfacher als Wladimir Putin und können uns nach geltendem Recht abschöpfen. Zur Not zeigt uns die NSA dann noch auf dem kleinen Dienstweg, wo der Hammer hängt. Im Ernst: Die jetzt vom Verfassungsschutz aufgezeigten russischen Operationen sind bedrohlich und verwerflich, aber sie sind kein Moskauer Alleinstellungsmerkmal. Digitale Konflikte spielen sich global und im 360-Grad-Modus ab. Unternehmen, Verbände, Parteien, zivile und militärische Institutionen - sie alle tun also gut daran, sich stärker zu wappnen als bisher. Letztendlich muss ein nationaler Plan her, das Thema gehört endlich angemessen hoch platziert. Ein guter Anfang wäre ein eigenes Digital-Ministerium des Bundes.

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