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Allgemeine Zeitung Mainz: Anders aktuell
Kommentar von Christiane Stein zum 1. Mai

Mainz (ots) - Nicht immer gelingt der Versuch, Relevanz oder Nichtigkeit von Dingen und Entwicklungen an Zahlen festzumachen. Denn dann wäre die Bedeutung der Themen, mit denen sich die Gewerkschaften hierzulande beschäftigen, eindeutig im Sinkflug. Die Mitgliederzahlen nehmen seit Jahren ab - von über 11 Millionen nach der Wiedervereinigung und dem Zusammenschluss des DGB mit dem "Freien Deutschen Gewerkschaftsbund" in Ostdeutschland auf rund 7,8 Millionen um die Jahrtausendwende. Aktuell sind nur noch gut sechs Millionen Menschen unter dem Dach des DGB organisiert. Und auch die 1. Mai-Kundgebungen haben viel von ihrer Anziehungskraft eingebüßt. Dass diese Absage an Engagement in Form einer Mitgliedschaft oder Teilnahme an einer Demonstration aber rein gar nichts mit der Gewichtigkeit zu tun hat, mit der Bedingungen der Arbeitswelt eine Gesellschaft prägen, zeigt der Blick auf die Agenda zum diesjährigen "Tag der Arbeit": Gefordert wird mehr Solidarität zwischen den arbeitenden Menschen, den Generationen, Einheimischen und Flüchtlingen. Daraus lassen sich wahrlich gewaltige Herausforderungen ableiten. Zum Beispiel bei Rente und Altersarmut, bei denen sinnvolle Lösungen nur allzu oft Wahlkampfgeschenken und Klientelpolitik geopfert werden. Oder bei der Integration von Menschen aus anderen Ländern, bei der der menschliche Aspekt über der Kosten-Nutzen-Rechnung stehen muss. Gefragt ist bei allem eine enorme Kompromissbereitschaft. Und vielleicht vermag uns gerade daran jeder 1. Mai zu erinnern: An die vielen tragfähigen Lösungen, die Gewerkschaften und Arbeitnehmer im Laufe der Jahre partnerschaftlich ausgehandelt haben.

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