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Allg. Zeitung Mainz: Eine Option
Kommentar zu CDU und CSU von Friedrich Roeingh

Mainz (ots) - Kann Horst Seehofer eigentlich nur noch leere Drohungen aussprechen, oder ist er noch in der Lage, eine strategisch ausgerichtete Politik zu betreiben? Warum verwirft er das vermeintliche Folterinstrument einer bundesweiten Ausdehnung der CSU gleich wieder, anstatt diese Option einmal ernsthaft und gewissenhaft durchzuspielen? So absurd ist die alte Idee von Franz Josef selig im Jahr 2016 schließlich nicht. Das mächtige Erstarken der AfD ist ja nur ein Symptom dafür, dass die CDU offenbar nicht mehr in der Lage ist, nationalistisch gesinnte und im echten Wortsinne konservative Wähler an sich zu binden. Für den Fall, dass sich die AfD nicht von ihren rassistischen Kräften trennen kann und dann hoffentlich wieder in der Bedeutungslosigkeit verschwindet, werden sich die heimatlos gewordenen Wählerschichten andere Parteien suchen oder wieder im diffusen See der Nichtwähler abtauchen. Kein erstrebenswerter Zustand für eine Demokratie. Warum also sollten CDU und CSU nicht ernsthaft darüber nachdenken, sich klarer voneinander abzugrenzen. Sie würden nicht immer gleich zu falschen Kompromissen gezwungen oder in den Zustand sturer Sprachlosigkeit verfallen. Eine ernsthafte Prüfung dieser Option würde allerdings voraussetzen, dass man diese gründlich hinter verschlossenen Türen und nicht über die Medien vornimmt. Und sie würde voraussetzen, dass Merkel und Seehofer überhaupt noch einmal eine vernünftige Gesprächsebene miteinander finden. Mit seinem Vorstoß hat der CSU-Chef leider einen weiteren Beweis dafür geliefert, dass damit wohl nicht mehr zu rechnen ist. Zur Freude der neuen Konkurrenten rechts der Union.

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