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Allg. Zeitung Mainz: Schnell auf 180
Kommentar zu Tempo 30 von Christian Matz

Mainz (ots) - Es gibt Dinge, bei denen deutsche Autofahrer keinen Spaß verstehen. So wird die Ausweitung von Tempolimits gerne als Angriff auf die Autofahrerehre im allgemeinen und die individuelle Wahlfreiheit im speziellen betrachtet - die Wahlfreiheit, so schnell fahren zu dürfen, wie man will. Der Verweis, dass es in Ländern mit einem generellen Limit etwa auf Autobahnen sehr viel nervenschonender zugeht, ist zwecklos: Tempo 100 bringt noch jeden Stammtisch auf 180. Doch daran wagt sich das Verkehrsministerium nicht, sondern es geht um mehr Tempo-30-Zonen auf großen Straßen in den Städten - ebenfalls umstritten, aber, sofern sinnvoll umgesetzt, ein wichtiger Beitrag zu mehr Sicherheit. So stellt sich ohnehin die Frage, warum die Pläne nicht längst geltende Rechtslage sind. Wenn Kommunen wie bislang erst nachweisen müssen, dass es sich um eine gefährliche Stelle handelt, bedeutet das: Erst muss was passieren, dann wird reagiert. Zynisch. Vor Schulen und Krankenhäusern herrschen mitunter chaotische Verkehrsverhältnisse, deshalb ist es gut, dass die Autofahrer leichter ausgebremst werden können. Aber: Ein Verbot allein bewirkt noch keine Verhaltensänderung. Oft sind die Eltern, die ihre Kinder bis fast ins Klassenzimmer fahren, das Hauptproblem - sie müssen mit härteren Mitteln erzogen werden. Und, ganz wichtig: Die Kommunen müssen jeglichen Anschein vermeiden, Tempo 30 als Mittel zum Abkassieren einzusetzen. Nicht selten sind etwa Lärmschutzgründe ein sehr willkommener Anlass, öfter blitzen zu dürfen. Ein Weg ist deshalb die zeitliche Begrenzung des Limits. Und wer sich selbst daran nicht halten will, bei dem hilft nur eins: ein richtig dickes Bußgeld.

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