Allgemeine Zeitung Mainz

Allg. Zeitung Mainz: Unterm Moskitonetz
Kommentar zum Zika-Virus von Markus Lachmann

Mainz (ots) - Im Winter 2012/13 sind in Deutschland 20000 Menschen an einem Virus gestorben. Jahr für Jahr stecken sich bis zu zehn Prozent der Bevölkerung an der gemeingefährlichen Krankheit mit Namen Grippe an. Das soll die Relationen zum Zika-Virus verdeutlichen, der hierzulande noch nicht nachgewiesen worden ist. Fakt bleibt: Im Zeitalter der Globalisierung und der Erderwärmung ist es nicht mehr ausgeschlossen, dass bislang nur in tropischen Gebieten bekannte Krankheiten auch nach Europa eingeschleppt werden. Allerdings haben die Behörden in Deutschland ein gutes, abgestuftes Konzept für Seuchenfälle. Und weder die Schweinegrippe noch Ebola, so schlimm beide Seuchen auch für die Betroffenen sind, haben zum Untergang des Abendlandes geführt. Wenn erste deutsche Medien nun schon Tipps geben, sich mit Moskitonetzen gegen die fiese niederrheinische Tigermücke zu wehren, dann ist das nicht nur lachhaft, sondern auch unverantwortliche Panikmache. Also, Kirche im Dorf lassen: Für gesunde Menschen besteht keine Gefahr, selbst wenn sie sich bei einer Auslandsreise anstecken. Schwangere sollten den Empfehlungen der Gesundheitsbehörden folgen und auf eine Reise etwa nach Brasilien derzeit verzichten. Wenn die Weltgesundheitsorganisation WHO den weltweiten Gesundheitsnotstand ausruft, so macht das dennoch Sinn. Denn damit könnte die Pharmaindustrie wach gerüttelt werden, Impfstoffe zu entwickeln. Staaten wie Brasilien, die der Mücke bizarrerweise den "Krieg" erklärt haben, werden in ihren Anstrengungen unterstützt. Sie werden viel Geld in die Hand nehmen müssen.

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