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Allg. Zeitung Mainz: Kommentar Ralf Heidenreich zu Iran: Bitter nötig

Mainz (ots) - Alte, prägende Bilder bei Seite zu legen und neue aufzubauen, ist schwierig und braucht Zeit. Das gilt ganz besonders für Feindbilder. Deshalb wird sich mit dem Ende der Sanktionen gegen den Iran im Verhältnis des Landes zum Westen nicht plötzlich alles zum Positiven ändern. Muss sich auch nicht. Eine gesunde Portion Skepsis bleibt auch nach der Einigung angebracht. Denn man darf nicht vergessen: Mit Hassan Ruhani mag zwar ein pragmatischer und vergleichsweise reformwilliger Präsident an der Spitze stehen, das Parlament wird jedoch nach wie vor von Hardlinern kontrolliert, die auch künftig versuchen werden, die Übereinkunft mit dem Westen zu torpedieren. Aber genau deshalb ist es so wichtig, die Sanktionen hier und jetzt zu beenden. In knapp sechs Wochen wird im Iran gewählt. Gehen die Reformer als Sieger hervor, stehen die Hardliner zumindest für die kommenden fünf Jahre in der zweiten Reihe. Die Aussicht auf spürbare wirtschaftliche Verbesserungen für die geschundene Bevölkerung kann da eine wichtige Hilfe sein. Lange Jahre hat sich der Westen darauf konzentriert, die Region zu destabilisieren. Wohin das geführt hat, sehen wir heute. Im Fall Iran hat man sich nun offenbar entschieden, einen anderen Weg zu gehen - und zwar mit geschickter Diplomatie einen neuen Hort der Stabilität aufzubauen, in dem gemäßigte Kräfte das Sagen haben. Einen solchen Hort hätte die Region jedenfalls bitter nötig. Noch ist nicht entschieden, ob die Strategie auch tatsächlich greift, aber die Chancen stehen zumindest nicht schlecht. Chancen im Übrigen, von denen auch unsere Wirtschaft profitieren kann

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