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Allg. Zeitung Mainz: Problembär Söder
Kommentar zum CSU-Parteitag, von Markus Lachmann

Mainz (ots) - Horst Seehofer ist auf dem Zenit seiner Macht. In Bayern hat er die absolute Mehrheit für die CSU zurückerobert, seine Beliebtheitswerte steigen umgekehrt proportional zur Kanzlerin. Das Erreichen des Zenits hat aber immer den Nachteil, dass es danach wieder herunter geht. Seehofer ist am Ende der Legislaturperiode 69 Jahre alt, es ist nicht damit zu rechnen, dass er noch eine Amtszeit darauf legt. Allerdings scheint der bayerische Ministerpräsident auch wenig Lust zu verspüren, an den drängelnden Finanzminister Söder zu übergeben, und schon gar nicht vor Ablauf der Amtszeit, wie es sich der Franke wünscht. Gleichzeitig gibt es kaum personelle Alternativen, Ilse Aigner fremdelt zu sehr mit der Landespolitik. Dahinter wird es personell schon recht dünn. Ein Dilemma für Seehofer, der mit Aussagen, alles werde ganz anders als die Journalisten dächten, noch einmal geschickt eine Münchner Nebelkerze geworfen hat. Wenn CDU-Vorsitzende, die meist Kanzler sind, CSU-Parteitage besuchen, dann ist das oft der Gang in die berühmte Höhle des (bayerischen) Löwen. Seehofer hatte seine Parteigranden im Vorfeld des Parteitags dazu verdonnert, Ruhe zu geben mit Angriffen auf die Kanzlerin. Im Falle Söders, der sich in der Flüchtlingsfrage oft selbst rechts überholt, hat man gesehen, was der Appell gebracht hat. Nämlich nichts. Der Burgfrieden am Freitag war nur gespielt. Treibt Seehofer Merkel in der Flüchtlingsfrage vor sich her, so ist es Söder, der den Ministerpräsidenten treibt. Söder ist der neue Problembär der bayerischen Landespolitik.

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