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Allg. Zeitung Mainz: Wertschätzung
Kommentar zum Pflegereport von Markus Lachmann

Mainz (ots) - Viel ist in den vergangenen Jahren über Vereinbarkeit von Beruf und Familie, über längere Lebensarbeitszeiten und Kita-Ausbau geredet worden. Dabei drohte das Thema Pflege unterzugehen. Zu Unrecht, das belegen die Fakten: Die Zahl der Pflegebedürftigen wird sich bis 2050 vermutlich verdoppeln. Noch immer werden 70 Prozent der gebrechlichen Menschen von den Angehörigen zu Hause gepflegt. Die Bereitschaft dazu nimmt jedoch ab. Gleichzeitig fehlt das Pflegepersonal in den Heimen. Heißt: Das Thema ist nicht sexy, aber es ist eine der größten Herausforderungen unserer Gesellschaft. Das Zweite Pflegestärkungsgesetz, über das heute in erster Lesung im Bundestag beraten wird, löst die grundsätzlichen Probleme nicht, aber es setzt ein wichtiges Signal: Angehörige sollen künftig stärker unterstützt werden. Wer sich um die Eltern kümmert, bleibt besser als bislang in der Arbeits- und Rentenversicherung abgesichert. Es geht um Anerkennung derjenigen, die sich zwischen Elternrolle, Beruf und Pflege der Mutter oder des Vaters regelrecht aufreiben. Allerdings muss hinterfragt werden, warum bislang Pflege- und Familienzeit, Darlehensangebote und auch Hilfen der Pflegekassen kaum genutzt werden. Liegt es nur an mangelnder Information? Nicht zuletzt braucht es Wertschätzung: für die Angehörigen, für die Pflegebedürftigen und für die gesamte Pflegebranche. Die Politik muss die Frage beantworten, wie der Pflegeberuf attraktiver gemacht werden kann, sonst steuert sie auf ein Desaster zu. Die aktuelle Reform ist deshalb nur ein Anfang. Bundesgesundheitsminister Gröhe muss den nächsten Schritt machen.

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