Allgemeine Zeitung Mainz

Allg. Zeitung Mainz: Absolute Zerstörung
Kommentar von Reinhard Breidenbach zu Syrien

Mainz (ots) - Syrien hatte vor fünf Jahren fast 21 Millionen Bürger. Mehr als vier Millionen sind seitdem geflüchtet, und 250 000 Menschen, eine Viertel Million, wurden getötet in einem Krieg, der nie einen Sieger haben wird. Um Macht und Einflussbereiche kämpfen in erster Linie: die Terrorgruppe des "Islamischen Staats" (IS), die USA, Russland, Iran, die Armee des syrischen Präsidenten Assad und syrische Truppen, die Assad vertreiben wollen. Iran und Russland wollen Assad halten, Moskau verstärkt derzeit sein Engagement. Zu einem entscheidenden Schlag gegen Assad mochte sich Obama nie entschließen, die Chance - und die Legitimation dazu - hätte er vor zwei Jahren gehabt, als Assad seine innersyrischen Feinde in den Vorstädten von Damaskus mit Giftgas angriff. Überhaupt gibt es Anzeichen, dass den Menschen, die sich jetzt noch in Syrien aufhalten, mehr Gefahr von Assad droht als vom IS. Ein Land geht seiner absoluten Zerstörung entgegen, es blutet aus, im wahrsten Sinne des Wortes. Einmal mehr steht die amerikanische Außen- und Sicherheitspolitik in der Kritik, weil sie, trotz Luftangriffen, keine entscheidenden Erfolge gegen den IS vorzuweisen hat, weil keine klare Linie erkennbar ist. Allem Anschein nach weiß Washington äußerst wenig, außer, dass man Russland keinen Spielraum geben, zugleich den Iran nicht vor den Kopf stoßen will, weil Teheran kürzlich beim Nuklearabkommen ein wenig Entgegenkommen zeigte. Vielleicht schweigen die Waffen erst, wenn von Syrien und seinen Menschen fast nichts mehr übrig ist. Gute Überlebenschancen hat eigentlich nur Assad. Aus dieser Welt kommen die Hundertausende, die nun in Europa Zuflucht suchen.

Pressekontakt:

Allgemeine Zeitung Mainz
Andreas Trapp
Newsmanager
Telefon: 06131/485872
online@vrm.de

Original-Content von: Allgemeine Zeitung Mainz, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Allgemeine Zeitung Mainz

Das könnte Sie auch interessieren: