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Allg. Zeitung Mainz: Leyen abwehrbereit
Kommentar zu von der Leyen/G36 von Reinhard Breidenbach

Mainz (ots) - Eine Ministerin räumt auf. Aber wird es Ursula von der Leyen tatsächlich gelingen, ein offenbar seit vielen Jahren faktisch kaum regierbares, undurchsichtiges Geflecht namens "Bundesverteidigungsministerium" auf Vordermann zu bringen? Das ist nicht nur wünschenswert, sondern alternativlos, wenn man nicht riskieren will, dass das Land nur bedingt abwehrbereit ist, das Leben von Soldaten und Zivilisten gefährdet und das Geld des Steuerzahlers - viele Milliarden - verbrannt wird. Die Wahrheit ist: Von der Leyen hat einen Augiasstall auszumisten, in dem es möglicherweise auch Filz zwischen der Beamtenschaft und der Industrie, in Sonderheit dem Oberndorfer Gewehre-Hersteller Heckler & Koch, gab. Ob Korruption im Spiel ist, muss dringend geklärt werden, ebenso, ob sich von der Leyens Vorgänger im Amt, der jetzige Innenminister Thomas de Maizière, etwas zuschulden kommen ließ. Wohl wahr: Moderne Wehrtechnik ist extrem kompliziert, das Wehrressort stellt höchste Ansprüche an die Fähigkeit zur Menschenführung und zum Management. Aber es gibt im Wirtschaftsleben und in der Politik durchaus Beispiele dafür, dass solche Herausforderungen zu bestehen sind. Wobei ein Ministerium gar noch das Privileg genießt, dass es nicht pleite gehen kann - im Gegensatz zu einem Industrieunternehmen, wenn dort Manager eklatant versagen. Wenn es von der Leyen gelingt, dem Albtraum um überhitzte Gewehre, nicht seetaugliche Marinehubschrauber und anderem Horror ein Ende zu machen, empfiehlt sie sich einmal mehr für noch höhere Aufgaben. Dass sie entsprechende Ambitionen bislang stets von sich weist, gehört zum Geschäft.

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