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Kommentar zu Russland im Syrienkonflikt von Friedrich Roeingh

Mainz (ots) - Ist das der erste reale Hoffnungsschimmer in diesem elenden Mehrfrontenkrieg, der den gesamten Nahen Osten durcheinandergewirbelt und Europa eine Flüchtlingsbewegung ungeahnten Ausmaßes beschert hat? Es lohnt sich auf jeden Fall genauer hinzuschauen, wenn nun offenbar auch Russland aktiv in den Syrien-Konflikt eingreifen will. Nicht die Amerikaner drängen Putin dazu, sich an einem Lösungsversuch zu beteiligen, der zwingend die (schiitische) Regionalmacht Iran und die (sunnitische) Regionalmacht Saudi-Arabien einschließen muss. Nein, Wladimir Putin selbst drängt mit einem mal auf eine solche Lösung. Auch wenn man mit voreiligen Erwartungen vorsichtig sein sollte. Schon in den Verhandlungen um die Aufhebung des Iran-Embargos hat Russland eine Schlüsselrolle gespielt. In der Syrien-Krise gilt es nun, sich zwei Interessen Russlands zunutze zu machen. Anscheinend ist Putin bereit, sich an der Bekämpfung des Islamischen Staates zu beteiligen. Schließlich könnte die wachsende Zahl der IS-Dschihadisten aus Zentralasien und dem Kaukasus eines Tages in ihre Heimat zurückkehren. Zum anderen sucht der Kremlchef die dringend benötigte Entspannung mit dem Westen offenbar zunächst jenseits des Ukraine-Konflikts. Weitgehend unbemerkt hat die russische Führung zwischenzeitlich nicht nur mit Teheran, sondern auch mit Saudi-Arabien den Gesprächsfaden aufgenommen. Dabei setzt sie offenbar die amerikanische Regierung regelmäßig ins Bild. Das ist sogar schon etwas mehr als ein Hoffnungsschimmer.

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