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Allg. Zeitung Mainz: Recht auf Bildung
Alexandra Eisen zu Flüchtlingskindern in der Schule

Mainz (ots) - Sprache und Bildung sind die Schlüssel zur Integration. Wie hunderttausende Flüchtlingskinder in Deutschland beschult werden, ist also eine zentrale Frage. Für die Länder und Kommunen ist es jedoch schwer, exakt zu planen. Woher kommen die Kinder? Wie viele kommen wann an? Haben sie schon jemals eine Schule besucht? Und wie lange bleiben sie? Diese Fragen kann niemand im Vorfeld beantworten. In Nordrhein-Westfalen, wo die Schule bereits begonnen hat, wurde vielerorts deutlich, dass Pragmatismus und Flexibilität gefragt sind, um alle Schulkinder ordentlich unterzubringen. Aber ein freier Platz im Klassenraum reicht nicht aus, um Kinder mit unterschiedlicher Schulerfahrung, kulturellem Hintergrund und mit zum Teil traumatischen Kriegs- und Fluchterlebnissen im deutschen Schulalltag zu integrieren. Deshalb müssen die Länder ausreichend Mittel für Deutschkurse und andere Fördermaßnahmen sowie für die dafür notwendigen Lehrer und Sozialarbeiter zur Verfügung stellen. Notfalls mithilfe des Bundes. Für alle Seiten unbefriedigend ist es, wenn sich Flüchtlingskinder in der Schule eingelebt haben, dann aber das Land verlassen müssen, weil sie nicht als Asylbewerber anerkannt werden. Es ist jedoch keine Lösung, die Schulpflicht bis zur Anerkennung auszusetzen, wie Thüringens SPD-Chef Andreas Bausewein jüngst vorgeschlagen hat. Stattdessen müssen die Verfahren, vor allem von Flüchtlingen ohne Chance auf Anerkennung, abgeschlossen werden, bevor die Menschen auf die Kommunen verteilt werden und die Schulpflicht greift. Solange das nicht gelingt, gilt: Jedes Kind hat ein Recht auf Bildung.

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