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Allgemeine Zeitung Mainz: Überlebte Tradition
Kommentar zum Textileinzelhandel

Mainz (ots) - Täglicher Schlussverkauf. Was nicht läuft, muss raus. Koste es, was es wolle. Der Textileinzelhandel dreht sein Angebot immer schneller. Die Tradition von festen Schlussverkaufzeiten, die sich nach den Jahreszeiten richten, hat sich überlebt. Für den Verbraucher bedeutet das aber nicht zwingend auch einen Vorteil, denn die Qualität der Ware muss er weiterhin im Blick behalten. Was bringt ein T-Shirt zum Preis von zwei Euro, das nach einigen Wäschen auseinanderfällt? Der Umtausch ist bei vielen Rabatt-Angeboten ausgeschlossen. Das sollte niemand vergessen. Die permanenten Rot-Aktionen sind eine Reaktion auf eine veränderte Struktur des Textilhandels. Die Zahl der kleinen Modehäuser mit einem Nettoumsatz von weniger als einer halben Million Euro hat sich nach Angaben des Bundesverbands des Textileinzelhandels seit der Jahrtausendwende fast halbiert. Welcher Mittelständler hat schon die Möglichkeit, über eine Holding in Luxemburg oder auf den Cayman Islands Steuerdumping zu betreiben? Textildiscounter drängen mit aller Macht in die Fußgängerzonen. Aggressive Angebote sind hier die Regel, Qualität spielt nicht die tragende Rolle. Auch Markenartikler sind zunehmend mit eigenen Läden vor Ort und im Internet vertreten. Langweilige Einzelhändler mit einem Durchschnittsangebot, das sich nicht abhebt, haben da keine Chance. Der inhabergeführte Facheinzelhandel kann nur mit einem individuellen Angebot überleben. Sich abheben, statt im Strom schwimmen, ist das Erfolgsrezept.

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