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Allg. Zeitung Mainz: Ökonomischer Unfug
Kommentar zu Regionalflughäfen

Mainz (ots) - Millionengräber sind sie allesamt, die deutschen Regionalflughäfen. Und das ist auch kein Wunder. In großer Dichte sind Landepisten und frühere Militäranlagen zu "Airports" aufgerüstet worden. In Studien lässt sich nachlesen, dass es in Deutschland mit fast 40 Verkehrsflughäfen etwa ein Viertel so viele gibt wie in den USA. Die allerdings sind 27 Mal so groß. Bei dieser Dichte machen sich die Kleinflughäfen gegenseitig die Kundschaft streitig. Ökonomischer Unfug, für den es Gründe geben muss. Bei der Suche wird man schnell fündig: Flughafenentwicklung ist Ländersache. Weswegen die Länderfürsten der Republik unter dem Vorwand regionaler Wirtschaftsförderung Leuchttürme ihrer Infrastrukturpolitik hochziehen. Jeder für sich und vollständig unkoordiniert. Wie in Kassel-Calden, wo stattliche 271 Millionen Euro vergraben wurden - für aktuell sechs Starts in der Woche. Oder in Zweibrücken, wo der inzwischen geschlossene Flughafen 56 Millionen Euro illegaler Landeshilfen verschlungen hat. Pure Unvernunft, denn alle deutschen Regionalflughäfen schreiben rote Zahlen. Ohne Steuergelder würde hier kein einziges Flugzeug abheben. Doch mit den Zuschüssen aus dem Staatssäckel ist bald Schluss. Von 2024 an, so verlangt es die EU, müssen die Flughäfen ohne staatliche Hilfen auskommen. Gut so. Mehr als ein Dutzend der kleinen Airports, so schätzen Experten, werden dann schließen müssen. Denn aus eigener Kraft werden sie keine wirtschaftlich tragfähigen Geschäftsmodelle zuwege bringen. Bis 2024 aber wird die Kleinstaaterei weitere Millionen an Steuergeldern verschlingen. Welch ein Irrsinn.

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