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Allgemeine Zeitung Mainz: Tiefpunkt
Kommentar zur Deutschen Bank

Mainz (ots) - Es ist erst ein paar Jahre her, da musste die Kanzlerin vor laufender Kamera versprechen, dass die Bankeinlagen der deutschen Bürger garantiert seien. Ein Trick, eine Zusage, die Merkel sogar unter Einsatz des gesamten deutschen Steueraufkommens nie hätte einhalten können. Aber es funktionierte. Das Zauberwort heißt: Vertrauen. Einige wenige Politikerinnen und Politiker genießen noch Vertrauen. Sehr viele Protagonisten in der Bankenwelt dagegen nicht mehr, aus gutem Grund. Fast eineinhalb Jahrhunderte lang war der Name "Deutsche Bank" ein Synonym für Seriosität. Sogar, als der gnadenlose Selbstdarsteller Josef Ackermann 2004 als Angeklagter im Mannesmann-Prozess mit seinem Victory-Zeichen für Empörung sorgte, mochten Aktionäre, Kunden und Öffentlichkeit noch glauben, alles werde gut. Doch was folgte, war desaströs: Verstrickung im Libor-Skandal, brutales Missmanagement und personelle Fehlentscheidungen, die in der Berufung des angeblichen Heilsbringers Anshu Jain ihren Gipfel - eigentlich: ihren Tiefpunkt - erreichten. Das Institut dürfe niemals komplett in die Hand von Investment-Bankern fallen, lautete hinter vorgehaltener Hand in der Bank selbst die Einschätzung vieler. Zum Ausdruck kommt darin die zutreffende Überzeugung, dass eine Bank zwar durchaus dazu da ist, viel Geld zu verdienen für sich, ihre Eigentümer, die Mitarbeiter. Aber nicht um jeden Preis. Jede Bank, die heutzutage um Vertrauen wirbt, muss nachweisen, dass Geld für sie nicht in erster Linie Macht und Annehmlichkeiten bedeutet, sondern Verantwortung, und dass sie keinerlei handwerklichen Dilettantismus in ihren Reihen duldet und schon gar keine kriminelle Gier. Das ist der Maßstab.

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