Allgemeine Zeitung Mainz

Allgemeine Zeitung Mainz: Lebensäußerungen
Kommentar zum Bolzplatz-Lärm

Mainz (ots) - Bereits die Verwendung des Begriffs "Lärm" zeigt, wie negativ laute Geräusche von Kindern und Jugendlichen oft empfunden werden. Der Bundesgerichtshof spricht dagegen von "Lebensäußerungen" die in der Regel akzeptiert werden müssen. Das ist zwar arg sperrig, trifft jedoch den Kern. Lautes Lachen, Schreien und Zanken können fürchterlich nerven, gehören aber zum Kindsein und selbstverständlich auch noch zum Teenagersein dazu. Zum Glück, möchte man hinzufügen, denn solche spontanen "Lebensäußerungen" werden den Menschen auf dem Weg zum Erwachsenendasein noch früh genug ausgetrieben. Dies festzustellen bedeutet aber nicht, Rücksichtslosigkeit das Wort zu reden. Es mag Eltern geben, für die die Geräuschkulisse ihrer Kinder Musik in den Ohren ist, und die beim dezenten Hinweis auf etwas Rücksichtnahme gleich die Keule "Kinderfeindlichkeit" auspacken. Ebenso stur positionieren sich aber auch diejenigen, die fremden Nachwuchs am liebsten aus dem öffentlichen Leben verbannen würden. Zwischen diesen Extremen befinden sich aber noch eine Menge vernünftige Eltern und Mitmenschen. Im Hamburger Fall haben die bolzenden Jugendlichen wohl tatsächlich die Nerven der Anwohner arg strapaziert. Da wäre es sinnvoll, mit der Verwaltung Regeln und Uhrzeiten für die Nutzung des Platzes festzulegen und deren Einhaltung notfalls zu kontrollieren. Das ist für alle Beteiligten zumutbar und funktioniert auch vielerorts. Wenn laute Kinder und Jugendliche aber grundsätzlich zu Mietminderungen berechtigten, würde es in Zukunft schwer werden, Spielplätze und Treffpunkte in deren Wohnumfeld einzurichten. Das wäre absurd.

Pressekontakt:

Allgemeine Zeitung Mainz
Andreas Trapp
Newsmanager
Telefon: 06131/485872
online@vrm.de
Original-Content von: Allgemeine Zeitung Mainz, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Allgemeine Zeitung Mainz

Das könnte Sie auch interessieren: