Allgemeine Zeitung Mainz

Allg. Zeitung Mainz: Europäische Hilfe
Kommentar zum islamistischen Terror

Mainz (ots) - Es ist eine bittere Erkenntnis - nach Paris, nach Kopenhagen, nach Tunis: Die Gefahr islamistischer Mordanschläge in Europa und an Touristenorten in Nordafrika hat dramatisch zugenommen. Und sie wird weiter zunehmen. Das ist die Kehrseite der ersten Erfolge in der Bekämpfung des sogenannten Islamischen Staates im Irak und in Syrien. Je stärker der IS dort in militärische Bedrängnis gerät, umso mehr wird er sich darum bemühen, durch Terroranschläge Angst und Schrecken zu verbreiten. Mit der gestern bekannt gewordenen Todesliste der 100 US-Soldaten sollen zudem andere Nationen davon abgehalten werden, in die Kriegskoalition gegen den IS einzusteigen. So richtig die Erkenntnis ist, dass es keinen absoluten Schutz gegen Terror und asymmetrische Kriegsführung gibt. Gerade Europa kann und darf sich mit dieser Gefahr nicht abfinden. Dabei schauen wir zu einseitig nach Syrien und Irak und zu wenig nach Libyen. In diesem jeder staatlichen Ordnung entrissenen Land steht uns kein militärischer Bündnispartner zur Verfügung. Europa muss es sich zur Aufgabe machen, die Sicherheitskräfte der Nachbarländer Algerien, Tunesien und Ägypten bei der Entwicklung von Schutzkonzepten für potenzielle Terrorziele zu unterstützen. Und wenn man weiß, dass 7000 Tunesier das Land verlassen haben, um sich dem IS anzuschließen, dann gehört auch rasche Hilfe beim Aufbau effektiver Grenz- und Flugkontrollen dazu. Schon ist vom 30-jährigen Religionskrieg in der muslimischen Welt die Rede, der im Gegensatz zum Mittelalter auf jedem Territorium ausgetragen werden kann. Auf jedem deutschen Marktplatz und in jedem Touristenhotel der Welt.

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