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Allgemeine Zeitung Mainz: Keine Ausreden mehr
Kommentar zur Schiersteiner Brücke

Mainz (ots) - Natürlich hat die Rechnung, die die Industrie- und Handelskammern Rheinhessen und Wiesbaden für die gesperrte Schiersteiner Brücke aufmachen, ihre Unbekannten und auch daher auch ein Stück weit ihre Schwächen. Aber dennoch ist der Versuch, bei der Frage der Schäden für die Wirtschaft endlich ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen, aller Ehren wert - und von großer Bedeutung für die weitere Debatte. Jetzt haben wir wenigstens eine Ahnung davon, was die Versäumnisse der Vergangenheit die hiesige Wirtschaft kosten. Und in der Tat dürften die tatsächlichen Kosten die zurückhaltenden Berechnungen der Kammern um einiges übersteigen. Die Not der Unternehmen lässt keine Ausreden mehr zu: Es muss jetzt alles, aber auch wirklich alles dafür getan werden, dass auch der Schwerlastverkehr möglichst schnell wenigstens wieder einigermaßen normal fließen kann. Wer in der rheinland-pfälzischen Landesregierung oder an anderer maßgeblicher Stelle in Politik und Verwaltung nun immer noch business as usual betreibt, ist völlig fehl am Platz. Dabei sollte man sich auch vielleicht unorthodox erscheinenden Vorschlägen öffnen und sie ganz genau prüfen - wie beispielsweise jenem, der eine Freigabe der Brücke für den Schwerlastverkehr auf nur einer Fahrbahnseite vorsieht, und zwar auf der unbeschädigten, die von Wiesbaden nach Mainz führt. Bei manchen Vorschlägen würde man sich allerdings wünschen, dass diejenigen, die sie vorbringen, sich vorher bei Experten Rat holen. So mag eine weitere Rhein-Überquerung zwischen Bingen und Rüdesheim Tourismus und Einzelhandel Vorteile bringen, eine tief greifende Entlastung für die Schiersteiner Brücke bringt sie nicht.

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