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Allg. Zeitung Mainz: Zu Gewalt gegen staatliche Autorität
Ein Ruck muss her

Mainz (ots) - Wenn staatliche Autorität zerfällt - was soll dann am Ende stehen? Die Antwort lautet: Anarchie und Chaos. Das muss jeder vor Augen haben, der meint, "Bullen und Beamtenfuzzis" hätten ihm nichts zu sagen und sollten sich in Acht nehmen. In Wahrheit muss es umgekehrt sein: Diejenigen, die meinen, sie könnten Polizisten, Feuerwehrleute, Rettungssanitäter oder Bahnbedienstete angreifen, müssen in die Schranken gewiesen werden, und zwar mit großer Entschiedenheit, nötigenfalls mit dem Strafrecht, das dafür Einiges hergibt. Wohl wahr: Strafe ist das letzte Mittel; aber wenn Überzeugen oder Belehren nichts mehr fruchtet, um Millionen von Menschen gegen ein paar tausend Brutalos oder Idioten zu schützen, dann muss sich staatliche Autorität durchsetzen, sonst verkommt der Staat zum Nachtwächterstaat. Man kann darüber streiten, woher die Schieflage rührt. Es ist wohl eine Mischung aus Zeitgeist und Fehlern, die in Elternhäusern, Schulen und auch in Medien vorgelebt wurden und immer noch werden. An der einen oder anderen Stellen mag Enttäuschung hinzukommen, wenn staatliche Autoritäten versagt haben. Das tun sie mitunter, und auch das muss dann geahndet werden. Aber ein solches Versagen gibt nicht die allergeringste Rechtfertigung, die gesamte Staatsstruktur in Frage zu stellen oder gar zu attackieren. Vor allem Elternhäuser, Schulen, Medien und auch Kirchen müssen alles daran setzen, einen Umdenkprozess einzuleiten und Werte zu vermitteln. Roman Herzog hat als Bundespräsident einst gefordert, ein Ruck müsse durchs Land gehen. Dafür wird Kraft notwendig sein, durchaus auch Geld, etwa in Form von Planstellen in Kitas und Schulen, aber auch bei der Polizei. Dieser Ruck ist schwierig, aber alternativlos.

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