Mainz (ots) - Deutschland kann es dauerhaft nur gut gehen, wenn in Europa auch künftig mit dem Euro bezahlt wird. Wer etwas anderes behauptet und meint, uns ginge es mit der guten alten Mark besser, dem ist nicht zu helfen. Und deshalb gibt es zur Rettung des Euro keine Alternative. Und deshalb bleibt auch nichts anderes übrig, als Griechenland, Portugal, Spanien und vielleicht auch Italien zu helfen, sich derer zu erwehren, die auf ihren Untergang wetten. Gestern haben Deutschlands oberste Richter ihr Plazet dafür gegeben. Gut so. Ein Blankoscheck für Angela Merkel ist dies indes nicht. Denn das Bundesverfassungsgericht zwingt sie mittels klar formulierter Auflagen, sich für jeden Rettungsschritt im Bundestag wie auch im Bundesrat eine Mehrheit zu besorgen. Und die bekommt sie nur dann zusammen, wenn garantiert ist, dass Deutschland in Europa nicht über Gebühr zur Kasse gebeten wird. Doch was heißt über Gebühr für ein Land, dessen Wirtschaftsleistung den Rest Europas problemlos in den Schatten stellt, das aus eigener Kraft rund zwei Billionen Euro aufgebracht hat, um den Osten Deutschlands nach der Vereinigung 1989 zu sanieren? Gestern haben die Karlsruher Richter den Weg freigemacht, Europa mit vielen deutschen Milliarden zu sanieren, zugleich aber auch das "über Gebühr" klar beziffert. - Und der Kanzlerin auferlegt, mit der eisernenFaust dafür zu sorgen, dass es kein "über Gebühr" gibt. Die Karlsruher Richter haben gestern mit Augenmaß geurteilt. Dafür gebührt ihnen Lob und Anerkennung.
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