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Neue Westfälische (Bielefeld): Verhältnis zu Nordkorea Wenig Hoffnung Sigrun Müller-Gerbes

Bielefeld (ots) - Ob Otto Warmbier nun wegen einer Lebensmittelvergiftung ins Koma fiel oder tatsächlich brutal gefoltert wurde, ist unklar und wird sich vielleicht nie abschließend klären lassen. Klar aber ist: Verantwortlich für seinen Tod ist das Regime in Pjöngjang. Schon fünfzehn Monate, das belegen die Krankenakten, liegen die schweren Hirnverletzungen zurück, die der junge Mann in nordkoreanischer Haft erlitten hat. Fünfzehn Monate, in denen seine Eltern auf eine unversehrte Rückkehr hofften, in denen sie tagtäglich auf Nachrichten von ihrem Sohn warteten. Dessen "Vergehen" - der angebliche Diebstahl eines Propagandaplakats - steht in einem grotesken Missverhältnis zur Reaktion des kommunistischen Staats. Diktator Kim Jong-un missbraucht Menschen wie Otto Warmbier regelmäßig als Faustpfand, um Druck auf den Westen auszuüben und sich innenpolitisch als starker Mann zu inszenieren. Ähnliches gilt für die immer neue Raketentests. Kim Jong-un zündelt. Nur: Wie ließe sich die Glut löschen, die jederzeit aufzulodern droht? Seit vielen Jahren wird vergeblich versucht, das Land durch Wirtschaftssanktionen in die Knie zu zwingen. Aber egal, wie sehr die Bevölkerung unter Hunger und Armut leidet - Pjöngjang bleibt hart. Ein militärischer Erstschlag ist schon gar keine Option. Zu verheerend wären die Folgen in der spannungsgeladenen Region. Bleibt wieder nur das langsame, besonders im Falle Pjöngjang so unendlich mühsame Geschäft der Diplomatie. Immerhin ist China inzwischen abgerückt vom Regime. Eine gemeinsame Nordkorea-Politik von China und den USA wäre eine Option, die Pjöngjang wieder an den Verhandlungstisch bringen könnte. Sehr viel Hoffnung darauf gibt es mit der derzeitigen Führung in Washington nicht.

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