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Neue Westfälische (Bielefeld): Koalitionen Union hat die Wahl Dieter Wonka, Berlin

Bielefeld (ots) - Wenn in Kiel und in Düsseldorf alles glatt geht, stellt die Union in Kürze sieben Ministerpräsidenten. Als Angela Merkel als Kanzlerin anfing, lag deren Zahl noch bei elf. Danach ging es steil bergab. Und jetzt sieht es nach einer Trendwende aus. Die Union hat plötzlich die Qual der Wahl bei der Partnersuche. Bis auf Linke und AfD ist alles denkbar. Bei der SPD auf Bundesebene weiß man dagegen nicht, ob sie rot, grün oder blau sein will. Aber wer ohne Idee für eine moderne gesellschaftspolitische Koalition ist, der kann nicht ernsthaft auf den Sieg gegen eine Kanzlerin hoffen, die gefühlt schon immer da ist, auf die im Ausland viele schauen und der im Inland nicht wenige vertrauen. Selbst wenn FDP und Grüne wollten, könnten sie derzeit nicht ernsthaft mit der SPD für eine Vision für das Land im Jahr 2030 streiten. Im Ergebnis drängelt es sich jetzt bei der CDU in den Ländern. Gut möglich, dass es in drei Monaten im Bund nicht sehr viel anders ist. Wo die SPD mit ihrem Kandidaten Martin Schulz steht, weiß man nicht wirklich. Über Angela Merkel sagen viele dagegen wohlwollend, sie verrät nur nicht, wo es mit ihr am Ende hingehen soll. Der eine verliert an Sympathiepunkten, die andere legt weiter zu. Gerecht sind diese unterschiedlichen Beurteilungsmaßstäbe der Öffentlichkeit vielleicht nicht, aber sie dürfen die SPD auch nicht verwundern. Aus der sicheren Position heraus haben in Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein zwei SPD-Amtsinhaber den Posten des Regierungschefs verloren. Da hatten zwei den Blick für das wirklich Wichtige eingebüßt. Notgedrungen wendeten sich in Kiel und in Düsseldorf Grüne und FDP der CDU zu: Mit einer SPD ohne Perspektive ist kein Staat zu machen. Wie das Land in zehn Jahren aussehen soll, was dann Gerechtigkeit, Fortschritt und Verantwortung miteinander zu tun haben, wäre ein spannendes Schulz-Thema. Aber es bleibt unklar, ob er den Kampf um die neue Mitte wieder aufnehmen möchte. Wer sich links nicht zum Angriff traut, der müsste die Mitte stärken. Damit könnte man der sozialdemokratisierten Union unter Merkel Paroli bieten und man bliebe interessant für FDP und Grüne. Stattdessen bejammert man jetzt die Negativ-Schlagzeilen in den Medien und die Überheblichkeit und Beliebigkeit von FDP und Grünen. Daraus erwächst keine wirkliche Zuversicht.

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