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Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar Hillary Clinton kandidiert fürs Weiße Haus Alternativlos Dirk Hautkapp, Washington

Bielefeld (ots) - Nach der Poesie des Barack Obama nun also die Prosa von Hillary Clinton. Nach den mitreißenden Himmelsstürmereien des ersten Afro-Amerikaners im Weißen Haus nun die abgehangenen Rezepte der erfahrensten weißen Hausfrau in Amerikas Politik-Küche. Hillary Clintons Antrittsrede für die Präsidentschaftskandidatur in Philadelphia stellt Amerika vor eine Abwägung: Ich - oder wir? Clinton steht für das Gemeinsame. Ihr Konkurrent Donald Trump verspricht neo-feudale Alleingänge. Dabei hasst Amerika doch Könige. Clintons Botschaft stiftet Gemeinsinn, atmet aber den wenig aufregenden "Keine größeren Experimente wagen"-Duft. Sie will weitermachen, wo Obama nach acht Jahren aufhört. Sie weiß mit 68, was sie ist, was sie kann - und was nicht. Bei Trump, immerhin 70, brechen viel zu oft die Launen eines 7-jährigen Trotzkopfs durch. Die Weltgemeinschaft hat genügend Kostproben genossen. Staat kann man, Staat darf man mit so einem nicht machen. Schon allein darum ist Clinton alternativlos. Aber: Große Teile Amerikas sehen das mit Blick auf Geldbeutel und Lebensumstände komplett anders. Für sie ist Hillary das Synonym für den Augiasstall Washington. Trump ist der Typ mit der Mistgabel. Für Amerika und die Welt wäre es beruhigend, wenn zum ersten Mal eine weltgewandte Frau ins Oval Office einzieht, die Politik nicht aus Langweile spielt sondern lebt. Aber die destruktive Stimmung im Land war noch nie so stark. Sie kann einen Hasardeur wie Trump an die Macht spülen.

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