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Neue Westfälische (Bielefeld): Tausch von Fußballbildern auf Schulhöfen Spielerische Lektion fürs Leben Amélie Förster

Bielefeld (ots) - Gesammelt haben die Menschen schon immer: Beeren und Holz, Briefmarken, Modellautos - und Fußballbilder. Zu Beginn meiner Sammelleidenschaft kamen dann, Anfang der 90er, Sticker, Trolle und Plastikschnuller dazu. Damals haben wir in der Schule gesammelt, was uns in die Finger kam, und dann getauscht, was das Zeug hielt. Zugegeben: Dabei ist auch so manche Träne geflossen, weil der letzte noch fehlende Sticker einfach nicht zu bekommen war. Auch schon damals wurden beliebte Sticker hin und wieder geklaut. Wenn das passierte, war die Trauer groß, aber es gab auch gleichzeitig die Lektion fürs Leben: Auf wertvolle Dinge sollte man besonders gut aufpassen. Inzwischen ist es an einigen Schulen üblich, dass der Tausch von Panini-Bildern und Co. auf dem Schulhof untersagt wird. Dass damit gleichzeitig auf einen wichtigen Lerneffekt verzichtet wird, scheint bei der Entscheidung keine Rolle zu spielen. Denn dass die Kinder beim Tauschen von Sammelbildern ein Gefühl von Wertigkeit der einzelnen Sticker, Verhandlungsgeschick und vielleicht sogar Sozialkompetenz entwickeln, indem sie sich über den Tauschwert einigen müssen, könnten Gründe dafür sein, die Verbote zu überdenken. Dass Unternehmen wie Panini aber inzwischen an den Schulen ihre Sammelalben als Werbematerial positionieren, geht definitiv zu weit. Lehrer reagieren - nachvollziehbar - auf diese Aktion mit völligem Unverständnis. Schule muss schließlich ein Ort bleiben, an dem Schüler lernen sollen. Kommerz hat hier nichts zu suchen.

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