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Neue Westfälische (Bielefeld): Kampf um Falludscha Niederschmetternd Dirk Hautkapp, Washington

Bielefeld (ots) - Mit militärischen Erfolgen, in denen der Name Falludscha vorkommt, hat Amerika sehr zwiespältige Erfahrungen. Während des Irakkrieges 2004 ließen Hunderte GIs in der Stadt vor den Toren Bagdads in einer der blutigsten Schlachten der jüngeren Vergangenheit ihr Leben. Das Resultat ist niederschmetternd. Zwölf Jahre später stehen wieder Amerikaner in Falludscha. Als Spezialkräfte "beraten" sie die irakischen Truppen dabei, wie die unter die Kontrolle des Terrornetzwerks "Islamischer Staat" (IS) geratene Stadt am besten zu befreien ist. Der Ausgang der Offensive, die gerade begonnen hat, wird Aussagen darüber zulassen, wie schlagkräftig die Soldaten der längst in Ungnade gefallenen Regierung Abadi wirklich sind. Und ob ihnen der größere Schritt, die Rückeroberung Mossuls, gelingen kann. Schon jetzt steht fest, dass die Auseinandersetzungen für die rund 50.000 Zivilisten in Falludscha noch größeres Leid bringen werden. Der IS missbraucht die Menschen als lebende Schutzschilde und verhindert ihre Flucht. Die "Befreier" schießen die Stadt schrittweise sturmreif. Weil zur Anti-IS-Allianz auch die für schlimmste Übergriffigkeiten bekannten Schiiten-Milizen gehören, befinden sich die dort lebenden Sunniten in der Zange. Sie werden sich wehren. Am Ende, wenn der IS aus Falludscha vertrieben ist, könnte der Boden bereitet sein für die große Abrechnung. Noch mehr Tote, noch mehr Elend - bereits heute sterben im Irak im Monat 1.000 Zivilisten - wären die Folge. Ob Amerika darauf eine Auge hat? Zweifel sind angebracht.

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