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Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar Weltnothilfe-Gipfel Armselig, aber notwendig Carsten Heil

Bielefeld (ots) - Es gibt immer wieder Meldungen darüber, dass Feuerwehrleute als Brandstifter erwischt worden sind. Deshalb kommt jedoch niemand auf die Idee, Feuerwehren abzuschaffen. Beim sehr armselig verlaufenden Weltnothilfe-Gipfel der UNO in Istanbul wollten sich die Brandstifter lieber gar nicht erst erwischen lassen und kamen nicht zum Löschen der größten Not. Die meisten G-7-Staaten schickten nur nachgeordnete Vertreter, nicht Präsidenten oder Regierungschefs. Dabei sind sie in großen Teilen mitverantwortlich für Not und Elend in der Welt und für Flüchtlingskrisen. Ohne die US-Aggression und deren finstere Folgen, ohne die Destabilisierung Syriens durch den Westen und Russland, gäbe es möglicherweise die Fluchtbewegungen aus dieser Region gar nicht. Und während in Istanbul die noch Gutmeinenden zusammensitzen, lassen ihre Heimatregierungen weiter bombardieren. Flüchtlingsströme aufgrund des Klimawandels muss sich der reichere Teil der Welt ebenfalls mit anrechnen lassen. Lob kann es für all das nicht geben. Da kann die UNO noch so hehre Ziele mit ihrem Weltnothilfe-Gipfel verfolgen und versuchen, die Hilfe grundsätzlich neu und nachhaltig zu organisieren. Dabei kommt die Not der Welt längst direkt in Europa an. Nach der Spende gingen die Deutschen in der Vergangenheit zur Tagesordnung über. Nichts gegen Spenden für Bedürftige. Heute jedoch begegnen uns diese Menschen auf den Straßen unserer Städte. Die Kriegsfolgen lassen sich nicht mehr wegspenden. 125 Millionen Menschen sind nach UN-Schätzung weltweit in so großer Not, dass sie Hilfe benötigen. Für sie gibt die Weltgemeinschaft 22 Milliarden Euro aus. 13 Milliarden fehlen laut UN. Und bei anderen Hilfsgipfeln wurden zwar Zusagen gemacht, überwiesen wurde von vielen Teilnehmern jedoch nur ein Bruchteil der zugesagten Summe. Aber genauso wenig, wie die Feuerwehren abgeschafft werden, weil es schon mal Brandstifter in ihren Reihen gab, sollten solche Treffen abgeschafft werden. Es hilft nichts. Nationen, die Geld haben, müssen miteinander reden und helfen - vor Ort. Sonst kann es passieren, dass das Elend in die G-7-Staaten exportiert wird. Das wäre dann so - um im Bild zu bleiben - dass das Feuerwehrhaus gleich mit abbrennt.

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