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Neue Westfälische (Bielefeld): Blitzmarathon in Nordrhein-Westfalen Modell auf dem Prüfstand Matthias Bungeroth

Bielefeld (ots) - Zu schnelles Fahren ist nach wie vor Ursache Nummer eins für Verkehrsunfälle. Insofern steckt hinter dem Konzept des Blitzmarathons von NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) schon ein nachvollziehbarer Gedankengang. Doch die Fragezeichen häufen sich, ob die verdichtete Aktion an einem Tag auch nachhaltigen Sinn macht. Nachdem 2013 der Blitzmarathon erstmals bundesweit stattfand, haben sich in diesem Jahr etliche Bundesländer aus der Phalanx der Kontrollaktion ausgeklinkt. Baden-Württemberg, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern und das Saarland waren nicht dabei. Ein Hauptargument, das die Innenminister jener Bundesländer ins Feld führen, um gegen den Blitzmarathon zu argumentieren, ist die Anhäufung unzähliger Überstunden für die mit hohem Personaleinsatz durchgeführte Aktion. In Nordrhein-Westfalen waren rund 2.200 Polizistinnen und Polizisten im Einsatz, um den Blitzmarathon abwickeln zu können. Ein großer personeller Aufwand; der Ertrag der Aktion ist fraglich. Immer mehr Autofahrer stellen sich auf die Aktion ein und fahren an den Kontrollpunkten bewusst langsamer. Dass dieser Effekt mit der von Unfallforschern geforderten Nachhaltigkeit des Fahrverhaltens einhergeht, ist kaum zu erwarten. Das Nachdenken über andere vorbeugende Modelle sollte erlaubt sein.

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